Familienleben

Internationaler Frauentag

Internationaler Frauentag

Werden Frauen wirklich so diskriminiert, sind sie so schwach, dass es des Internationalen Frauentages am 8.März noch bedarf? Aber: 100 Jahre nachdem Clara Zetkin den Frauentag erfand, sind immer noch drei Fünftel der Frauen auf der Welt die Ärmsten, sind zwei Drittel Analphabeten und ernten sie nur zehn Prozent der Weltlohnsumme, zu zwei Drittel durch unbezahlte Arbeit.

Frauen geben gern 200 Prozent, sind gleichzeitig Mutter, Hausfrau und berufstätig, weil der eine Bereich den anderen ergänzt und sie sich ärmer fühlten, wenn sie eines sein ließen. Ein Frauentag ist überflüssig – jedenfalls, wenn er zum zweiten Valentinstag oder Muttertag verkommt. Der „Weltfrauentag“ hingegen ist unverzichtbar, um all dessen zu gedenken, was Frauen und Männer in mehr als einem Jahrhundert erreicht haben.

Aktives und passives Wahlrecht für Frauen, freie Berufswahl, Zugang zu Bildung und Gesundheitsvorsorge – das erscheint heute alles selbstverständlich. Aber das haben unsere Urgroßmütter, Großmütter, Mütter – und auch wir – erkämpft, lautstark protestierend auf der Straße, im Diskurs in den Parlamenten, vor allem aber in der Umsetzung anderer Ziele und Lebenshaltungen im Alltag. Das Schwierige an Veränderungen ist  nicht der erste Schritt, sondern das Durchhalten auf der Strecke – davon müssen wir lernen.

Gleiche Chancen haben wir alle noch lange nicht – mehr als das Geschlecht zählen die Herkunft, die Bildung, oder unser Geburtsort auf der Weltkugel. Es gilt noch eine ganze Menge auszuhandeln und zu verändern. Wie gesellschaftliche Veränderung erreicht werden kann, darüber hat uns die Internationale Frauenbewegung der letzten hundert Jahre eine Menge zu lehren.

Frauen produzieren mehr als die Hälfte aller Nahrungsmittel und halten gerade ein Prozent des Vermögens aller Länder. Frauen werden vergewaltigt, beschnitten, gesteinigt, eingesperrt – alles ganz offiziell. Für diese Frauen muss es den Internationalen Frauentag geben. Für sie müssen wir uns einmischen, die Globalisierung von Rechten und Werten vorantreiben.

Unsere eigenen Probleme, nämlich, dass Frauen 23 Prozent weniger Geld verdienen als Männer, dass sie nicht in Chefetagen, dafür aber unbezahlt im Haushalt zu finden sind, dass die Wahl zwischen Baby und Beruf immer noch getroffen werden muss, dass Familienpolitik immer auch Frauenpolitik bedeutet – diese Mängel müssen wir endlich gemeinsam angehen. Vernehmbar, klug, nachhaltig. Nicht an einem Frauentag, jeden Tag.

Quellen: Stuttgarter Zeitung, Mindener Tageblatt, Hamburger Abendblatt

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