Lehrer sind Sprachvorbilder

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Die Sprache verstehen, lesen und schreiben können – das ist eine Grundvoraussetzung für das Lernen insgesamt. Doch Lehrer haben immer mehr Kinder mit geringen Deutschkenntnissen in ihren Klassen, die sie sowohl beim Sprachenlernen wie beim Lernen des aktuellen Unterrichtsstoffs unterstützen müssen. Ein Spagat, der nur mit fundiertem Wissen über den Spracherwerb und den geeigneten Materialien gelingen kann. Wie sich in der Grundschule Sprache fördern lässt:


„Die Lehrkraft muss wissen, dass sie das wichtigste Sprachvorbild ist. Sie muss sich ihrer Vorbildfunktion in jedem Satz, den sie äußert, bewusst sein“, erklärt Dr. Stefan Jeuk. Der Professor von der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg hat den Spracherwerb im Grundschulalter erforscht. Seine Erkenntnisse sind jetzt in ein neues Grundschulbuch eingeflossen.

„Eine der wichtigsten Erkenntnisse ist die, dass sich Kinder mit Migrationshintergrund der deutschen Sprache so nähern, wie das auch Kinder im Erstspracherwerb tun. Die Abfolgen und Entwicklungsschritte – was wird als Erstes gelernt, was schließt daran an – sind sehr ähnlich.“ Daran könne sich der Lehrer auch bei Kindern orientieren, die mit einer anderen Muttersprache oder auch zweisprachig aufgewachsen sind, so Jeuk. „Mit der Ausnahme allerdings, dass es bestimmte sprachliche Bereiche gibt, die für mehrsprachige Kinder besonders schwierig sind. Und genau das wird in dem Lehrwerk ‘der die das’ berücksichtigt.”

„Prinzipiell ist jeder Unterricht Sprachunterricht“, sagt Claudia Drews. Die Grundschullehrerin ist Autorin der Mathematikbücher aus dieser Lehrwerksreihe. Sie tragen den Titel “eins zwei drei”  und sind besonders für Schulen geeignet, die von vielen Kindern mit Deutsch als Zweitsprache besucht werden. „Aber“, so die Autorin, „jedes Kind braucht Sprachförderung im Mathematikunterricht.“

Ähnliches gilt für das Deutschbuch, meint Stefan Jeuk. Er unterstreicht, dass es an allen Grundschulen eingesetzt werden kann, da es die Bildungsstandards erfüllt. „Aber wir orientieren uns eher an den Kindern, die ihre Deutschkenntnisse verbessern müssen und daher etwas mehr Zeit benötigen. Differenzierungsmaterial für schnellere Lerner bieten wir natürlich an. Ich würde behaupten, die klassischen Schulbücher orientieren sich eher an der ‚oberen‘ Leistungsgrenze und bieten Differenzierungsmaterial für schwächere Schüler. Wir haben das tendenziell gedreht.“

Das Projekt Perspektive: Bildung will den öffentlichen Diskurs über Bildung in Deutschland fördern. Schule steht im Vordergrund dieses Forums. Perspektive: Bildung dokumentiert den Bildungsalltag ebenso wie aktuelle wissenschaftliche und bildungspolitische Diskussionen und Entwicklungen sowie herausragende Projekte und entwickelt Visionen vom Lernen in der Zukunft.
Perspektive: Bildung – ein Projekt von bildungsklick.de in Kooperation mit Cornelsen.

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