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Bilderbücher

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Die Kunst, eine Geschichte mit wenigen Worten zu erzählen und die Bilder sprechen zu lassen – das macht ein gutes Bilderbuch aus. Bücher, die Freiraum lassen, Neues zu entdecken und neue Geschichten zu erspinnen, stehen hier im Mittelpunkt.

Ein Mann, der weint (doch nicht?!)
Männer weinen nicht? Nein, Männer weinen nicht! Aber wenn sie es doch tun, und das auch noch auf offener Straße? Ein kleiner Junge stellt Fragen – ganz im Gegensatz zu den Erwachsenen, die ein weinender Mann allenfalls erstaunt …

Mathias Jeschke und Wiebke Oeser erzählen eine scheinbar einfache, auf den ersten Blick alltägliche, eine stille Geschichte. Die von einem Jungen, der mit seiner Mutter einkaufen geht. Von einem Jungen, der einem Hund an einer sehr langen Leine begegnet, einer alten Frau, einem Kinderwagen, einem Radfahrer, einem sich schnell leerenden Kleiderständer – und einem Mann, der weint. Den die erwachsene Welt nicht zu bemerken scheint – oder vielleicht nicht bemerken will. Im Gegensatz zu dem kleinen Jungen, der keineswegs nur sich fragt, warum der Mann Tränen in den Augen hat.

Ein atmosphärisch intensives Bilderbuch über Mitgefühl, Einsamkeit und Geborgenheit, Trauer und Trost. Ein Bilderbuch, das ohne oberflächliches Getöse auskommt und gerade deshalb lange nachwirkt, das Fragen stellt und nicht gleich simple Antworten parat hat, das fürs genaue Hinsehen plädiert, fernab von billigem Voyeurismus.

Mathias Jeschke (Text)/Wiebke Oeser (Illustrationen): „Ein Mann, der weint“, Hinstorff Verlag, 32 Seiten, Hardcover, ab 4 Jahren, 14,95 Euro, ISBN 978-3-356-01414-3

Anatomie einmal anders
Leopold sucht Antonio in seinem Verzierstudio auf, um sich von oben bis unten bemalen zu lassen: Engelszungen am Rücken, ein Wiedehopf am Hinterkopf, der Finger wird zum Wikinger, und auf den Po kommt gleich ein ganzer Zoo.
So fix geht das in Antonios Verzierstudio. Der bepinselt aber nicht nur den riesenhaften Leopold, sondern sehnt sich auch ganz schrecklich nach Antonia.

Übermütig reimt Michael Stavaric dieses anatomische Sammelsurium für Kinder, Renate Habinger setzt alles in eine berauschende, fabelhafte Bilderfülle. Zusammen benennen und bemalen die beiden einen ganzen Körper – ob Nacken oder Rumpf, hier kommt alles zur Sprache!

Michael Stavaric, Renate Habinger (Illustratorin): „Hier gibt es Löwen“, Residenz Verlag, 32 Seiten, Hardcover, ab 5 Jahren, 14,90 Euro, ISBN 9783701720842
Wie lächeln Zitronenfalter?
Gibt es eigentlich nur das, was man anfassen kann? Kinder wollen alles ganz genau wissen. Die Welt ist voller Wunder und dem möchte die bekannte Kinderphilosophin Kristina Calvert zusammen mit Sabine Dittmer in diesem Buch nachgehen. Sie greifen die vier Grundfragen der Philosophie auf und widmen ihnen jeweils vier Möwen- oder Wolkengeschichten, die zum Selberdenken, Miteinanderdenken und Weiterdenken anregen.

Sabine Dittmer ergänzt und erweitert mit träumerisch minimalistischen Farbzeichnungen die Gedankenspiele. Ein kluges und buntes Gedankenkunstwerk für Kinder und Erwachsene mit Glossar und Einführung ins philosophische Staunen und Fragen.

Die Autorinnen legen viel Wert darauf, dass mit den Kindern philosophiert wird und diese Kulturtechnik als menschliches Grundbedürfnis entdeckt wird. Sie stellen so ganz praktisch vor, wie jeder mit Leichtigkeit und Spaß philosophieren konn.

Kristina Calvert und Sabine Dittmer Illustrationen): „Wolkenbilder und Möwendreck“, aracari Verlag, 44 Seiten, Holbleinenband, ab 5 Jahren aufwärts, 16,90 Euro, ISBN 978-3-905945-18-8

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