Familienpolitik

Neuer Anlauf für familienbewusste Arbeitszeiten

Neuer Anlauf für familienbewusste Arbeitszeiten

Großer familienpolitischer Aufmarsch in Berlin: bei einem Spitzengespräch in der Hauptstadt trafen heute Kanzlerin Angela Merkel und Familienministerin Kristina Schröder auf Vertreter der Spitzenverbände der Wirtschaft und der Gewerkschaften, um das Projekt „familienbewusste Arbeitszeiten“ voranzubringen. Praktische Auswirkungen hat das erstmal nicht.

Im Rahmen der Veranstaltung unterzeichneten die Ministerin sowie Vertreter aus Wirtschaft und Politik die „Charta für familienbewusste Arbeitszeiten“. Die Bundesfamilienministerin preist die Vereinbarung: „Mit der Charta setzen wir erstmals auf höchster Ebene ein starkes Signal für die Förderung einer familienbewussten Arbeitszeitorganisation in Deutschland, von dem Unternehmen wie Beschäftigte profitieren werden.“

Mit der Charta bekennen sich Politik und Wirtschaft zu einer modernen Zeitpolitik und verpflichten sich zu einem Engagement für familienbewusste Arbeitszeiten als Instrument für eine bessere Vereinbarkeit und zur Fachkräftesicherung. Alle Akteure in Politik, Gesellschaft und Wirtschaft werden dazu aufgerufen, die Chancen familienbewusster Arbeitszeiten aktiver zu nutzen. Im Frühjahr 2013 soll eine Bilanz der Anstrengungen gezogen werden.

Wenn man wenig tut, kann man ja wenigstens  darüber reden: das Spitzengespräch fand im Rahmen der Initiative „Familienbewusste Arbeitszeiten“ statt, die Bundesfamilienministerin Kristina Schröder zusammen mit dem Deutschen Industrie- und Handelskammertag im Herbst 2010 gestartet hat. Nun werden also mindestens weitere zwei Jahre ins Land gehen, bis – vielleicht – konkrete Ergebnisse vorliegen, die zu mehr familienfreundlichen Arbeitszeitmodellen führen und berufstätigen Eltern mehr Familienzeit ermöglichen.

Wenn die Charta überhaupt Ergebnisse im Sinne besserer Vereinbarkeit erbringt. Schließlich verpflichten sich die Beteiligten nur zu einem verbalen Engagement, in welchem Umfang welche Maßnahmen in den Unternehmen vor Ort umgesetzt werden, ist völlig offen. Kanzlerin und Ministerin hoffen wohl auf die berühmte Freiwilligkeit.

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