Familienpolitik

Steuervereinfachung: Reförmchen für Familien

Steuervereinfachung: Reförmchen für Familien

Mehr Geld für Familien! Das behauptet jedenfalls die Bundesregierung, die sich jetzt auf das sogenannte Steuervereinfachungsgesetz geeinigt hat. Neben einer Mini-Anhebung der  Werbungskostenpauschale wurden weitere Maßnahmen beschlossen, die Familien finanziell entlasten sollen.

Die Anhebung der Werbungskostenpauschale kann als Trinkgeld verbucht werden: maximal 3 Euro pro Monat bringt die Aufstockung von 920 auf 1000 Euro für jeden Steuerzahler. Homöopathisch.

Interessanter klingt da schon die Ankündigung, dass künftig alle Eltern Kinderbetreuungskosten steuerlich geltend machen können. Bisher waren Betreuungskosten für Kinder bis zum Alter von 14 Jahren nur dann als Werbungskosten absetzbar, wenn beide Eltern arbeiten. Jetzt können alle Eltern die Kosten, die durch Kita, Tagesmutter oder Hort entstehen, steuerlich geltend machen. Allerdings wie bisher nicht in voller Höhe: zwei Drittel der Betreuungskosten pro Kind und Jahr und höchstens 4.000 Euro können als Sonderausgaben abgesetzt werden.

Klingt gut, dürfte für die meisten Eltern aber ohne Bedeutung bleiben. Wer Betreuungskosten absetzen will, muss sie erstmal verursachen – bei nach wie vor mangelhafter Versorgung mit Betreuungsplätzen dürften also viele Eltern, die Betreuungsplätze suchen, leer ausgehen. Und wo nichts gezahlt wird, kann auch nichts abgesetzt werden.

Und selbst wer glücklicher Inhaber eines Betreuungsplatzes ist,  wird sich nur einen Bruchteil der Kosten über die Steuererklärung wieder zurückholen können. Bei maximal 4.000 Euro Absetzungssumme dürften je nach Steuerklasse und Progression zwischen 500 und knapp 2000 Euro herausspringen. Besser als nichts, aber der Löwenanteil der Betreuungskosten dürfte damit in der Regel bei den Eltern hängenbleiben.

Und noch etwas hat die Bundesregierung beschlossen: Die Beantragung des Kindergeldes wird vereinfacht. Ab 2012 müssen Eltern und volljährige Kinder nicht mehr aufwändig nachweisen, dass das Einkommen des Kindes unter 8.004 Euro pro Kalenderjahr liegt. Stattdessen muss erst nach Abschluss der ersten Berufsausbildung nachgewiesen werden, dass das Kind neben der Ausbildung nicht mehr als 20 Stunden pro Woche erwerbstätig ist. Bringt keine Steuererleichterung, aber weniger Papierkrieg.

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