Familienpflegezeit startet als Modellversuch

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Die Einführung einer sogenannten Familienpflegezeit soll Berufstätigen die Pflege ihrer hilfsbedürftigen Angehörigen erleichtern. Noch ist das Vorhaben kein Gesetz, aber die Bundesfamilienministerin drängt auf Umsetzung. Gestern startete ein Modellprojekt.

Das Bundesfamilienministerium entwickelte schon vor Monaten das Konzept der Familienpflegezeit. Gestern gab Familienministerin Kristina Schröder nun  den Startschuss für die Umsetzung – im Rahmen eines Modellprojekts soll bei der Firma Roche Diagnostics in Mannheim getestet werden, wie Berufstätigkeit und Pflege von hilfsbedürftigen Angehörigen besser als bisher miteinander vereinbar sind.

Hintergrund des Vorhabens: Berufstätige, die ihre Angehörigen so weit wie möglich selbst betreuen, stoßen häufig auf praktische und finanzielle Hindernisse. Bei einer Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach gaben 79 Prozent der Pflegewilligen an, dass sich Beruf und Pflege nicht gut vereinbaren lassen.

Das Modell des Familienministeriums sieht vor, dass Arbeitnehmer ihre Arbeitszeit über einen Zeitraum von maximal zwei Jahren auf bis zu 50 Prozent reduzieren können, dabei dann aber 75 Prozent ihres Gehalts beziehen. Zum Ausgleich müssten sie später wieder voll arbeiten, bekämen aber in diesem Fall weiterhin nur 75 Prozent des Gehalts – so lange, bis das Zeitkonto wieder ausgeglichen ist. Bisher ist es nur möglich, für ein halbes Jahr ohne Lohn aus dem Beruf auszusteigen, um sich der Pflege von Eltern oder Großeltern zu widmen.

Das Konzept der Familienpflegezeit ist allerdings innerhalb der Bundesregierung umstritten – die FDP sträubt sich gegen eine Einführung. Die Familienministerin rechnet dennoch mit einer Einführung der Familienpflegezeit bis 2012.

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Über Thomas Meins

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2 Meinungen zu “Familienpflegezeit startet als Modellversuch

  1. 15. Januar 2011 um 13:32

    Vom Konzept her ist das interessant. Aber gerade im unteren Lohnsektor sind 25% weniger Lohn eine Menge Geld und nicht gerade hilfreich.
    Ein Ausbau der Pflegeinfrastruktur wäre denke ich sinnvoller.

    1. Thomas Meins
      16. Januar 2011 um 20:27

      Interessantes Konzept, aber wahrscheinlich keine Patentlösung. Angestellte in kleinen Firmen und befristet Beschäftigte würden wohl leer ausgehen, Freiberufler ohnehin. Bedeutet: ca. die Hälfte der Betroffenen hätten von dieser Pflege-Reform nichts.

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