Familienpolitik

Strom, Steuern, Elterngeld – was sich 2011 für Familien ändert

Strom, Steuern, Elterngeld – was sich 2011 für Familien ändert

Dieses Jahr könnte teuer werden für Familien: Krankenkassen und Stromanbieter erhöhen ihre Tarife, es gibt weniger Elterngeld vom Staat und zudem drohen deutliche Mieterhöhungen. Entlastungen sind die Ausnahme.

War da mal was? Noch hat man die wohlfeilen Politikersprüche im Ohr, die von Steuererleichterungen, „mehr netto vom brutto“ und „Leistung, die sich wieder lohnen muss“ kündeten. Sollten nicht auch gerade Familien gefördert werden, weil die ja für den politisch gewünschten Nachwuchs sorgen? Für 2011 jedenfalls geht die Entwicklung in die andere Richtung: für die meisten Familien dürfte es teurer werden, vom Einkommen bleibt nach Abzug der unvermeidlichen Standards weniger im Portemonnai hängen.

Krankenversicherung

Der Beitrag zur gesetzlichen Krankenversicherung steigt von 14,9 auf 15,5 Prozent. Für einen Durchschnittsverdiener mit 2.500 Euro brutto sind das 7,50 Euro mehr pro Monat. Immerhin: die meisten Kassen wollen auf den Zusatzbeitrag von in der Regel 8 Euro monatlich vorerst verzichten. Der Wechsel in die private Krankenversicherung ist durch die Senkung der Versicherungspflichtgrenze (auf 4.125 Euro monatlich bzw. 49.500 Euro jährlich) leichter geworden – aber nicht empfehlenswert. Viele Krankenversicherungsunternehmen haben nämlich zum Teil deutliche Beitragssteigerungen für 2011 angekündigt.

Elterngeld

2011 gibt es weniger Elterngeld – und für arme und reiche Eltern überhaupt keines mehr. Eltern mit einem Nettogehalt von mehr als 1.240 Euro erhalten nun nur noch 65 Prozent ihres Einkommens statt wie bisher 67 Prozent. Großverdiener ab 250.000 Euro (bei Verheirateten 500.000 Euro) gehen beim Elterngeld leer aus. Langzeitarbeitslose haben ab 2011 praktisch auch nichts mehr vom Elterngeld: Hartz-IV-Empfängern wird das Elterngeld auf die Grundsicherung angerechnet.

Steuern

Von den Änderungen im Steuerrecht profitieren vor allem eingetragene Lebensgemeinschaften. Sie stehen bei Erbschaften, Schenkungen und Immobilienkäufen zwischen nicht verheirateten Partnern besser da als bisher. Kleiner Trost für wenigstens einige Steuerzahler: Kosten für das Arbeitszimmer von bis 1.250 Euro jährlich – sofern ein häuslicher Arbeitsplatz wirklich erforderlich ist – muss das Finanzamt wieder anerkennen.

Unterhaltspflicht

Etwas sparen können in 2011 die Unterhaltspflichtigen. Die Höhe des Unterhalts für den Expartner und die Kinder werden nicht angehoben, dafür wird aber der Selbsbehalt erhöht. Unterhaltspflichtige Erwerbstätige mit Kindern dürfen 950 Euro behalten, Unterhaltspflichtige mit volljährigen Kindern 1.150 Euro. Das bedeutet eine Ersparnis von 50 Euro.

Strom

Strom wird 2011 in vielen Fällen teuer. Die Regierung erhöhte die Umlage für saubere Energien, für die Kilowattstunde steigt die Umlage von 2,4 auf 4,2 Cent. Viele Stromlieferanten haben deshalb bereits ihre Tarife erhöht, die RWE in Nordrhein-Westfalen um ca. 1 Cent pro Kilowattstunde, Vattenfall in Hamburg verlangt sogar 2,3 Cent mehr. Ein Haushalt mit vier Personen dürfte so etwa 40 Euro mehr im Jahr für Strom zahlen.

Miete

Bis zum Jahr 2050 sollen nach dem Willen der Regierung alle Häuser in Deutschland energetisch saniert werden. Bereits jetzt können Vermieter elf Prozent der Sanierungskosten jährlich auf die Mieter umlegen. Die Regierung will mehr: Diese Grenze soll demnächst nach oben korrigiert werden, um die ehrgeizigen klimapolitischen Ziele zu erreichen. Das könnte nach und nach zu erheblichen Mietsteigerungen führen – die Rede ist von einer nahezu kompletten Umwälzung der energetischen Sanierungskosten auf die Mieter.

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