Familienleben

Katzen schützen vor Neurodermitis

Katzen schützen vor Neurodermitis

Wurde das Halten von Katzen in der Schwangerschaft zu Unrecht verteufelt? Forscher vermuten eine präventive Wirkung durch die Nähe von Nutztieren und Katzen. Schwangere Frauen, die in der Umgebung von Katzen oder Nutztieren leben, sollen demnach ihre Kinder vor Neurodermitis schützen.

Das berichten Forscher der Universität Zürich mit Kollegen im „Journal of Allergy & Clinical Immunology“ . „Da es eine Beobachtungsstudie war, können die genauen Zusammenhänge für den Schutz nicht geklärt werden. Wir fanden jedoch mehrere Umweltfaktoren, die eine präventive Wirkung haben“, erklärt die Studienleiterin Caroline Roduit.

Die Forschergruppe untersuchte dazu 1.063 Kinder aus ländlichen Regionen in Deutschland, Österreich, der Schweiz, Frankreich und Finnland, wobei jedes zweite aus einer Bauernfamilie stammte. Diejenigen Kinder, deren Mütter in der Schwangerschaft in der Nähe von Nutztiere oder Katzen gelebt hatten, zeigten ein geringeres Risiko für die Krankheit in den ersten beiden Lebensjahren. „Vorteile ergaben sich auch bei Müttern, die rohe Kuhmilch tranken“, berichtet Roduit.

Dass ausgerechnet Katzen vor Neurodermitis schützen, überrascht. Bisher rät man Schwangeren stets, Katzenhaare zu meiden um einer Allergie des Kindes vorzubeugen. „Ohne den Wirkmechanismus zu kennen, können wir noch keine Empfehlung aussprechen. Ungünstige Auswirkungen für die Entstehung von Neurodermitis hat eine Katze jedoch nicht. Katzenbesitzerinnen müssen sich deshalb während der Schwangerschaft nicht von ihrem Haustier trennen“, so die Studienleiterin.

Schon bisher war bekannt, dass Bauernhofkinder selten von Allergien geplagt werden. Verschiedene Faktoren sind dafür bisher in Diskussion, unter anderem auch ein erst kürzlich entdecktes pflanzliches Zuckermolekül im Heu, das das Allergierisiko senkt. Den gleichen Schutz genießen auch Kinder von Müttern, die während der Schwangerschaft auf einem Bauernhof lebten. Die Auswirkung speziell bei Neurodermitis kannte man jedoch bislang noch nicht.

Neurodermitis – atopisches Ekzem genannt – ist eine allergische Krankheit der Haut, von der in Industrieländern jedes fünfte Kind betroffen ist. Ausgelöst wird sie teils durch genetische Vorbelastung, jedoch auch durch Umwelteinflüsse. So können etwa ständiger Kontakt mit Mehl, Desinfektions- oder Reinigungsmitteln zu einer Ausprägung führen, auch übertriebene Hygiene wird immer wieder ins Spiel geführt. „Wir konnten nun allerdings auch zwei Gene identifizieren, bei deren Vorhandensein Kinder kaum an Allergien erkranken“, so Roduit.

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