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1000 Orte, die man knicken kann

1000 Orte, die man knicken kann

Der „Weihnachtshasser“ ist wieder da – und verleidet uns diesmal den Urlaub. Was haben Schottland, die Seychellen, die Seidenstraße und die Osterinsel gemeinsam? Sie werden von Dietmar Bittrich garantiert nicht mehr besucht. Denn sie gehören laut Meinung des Autors zu der Gruppe der „1000 Orte, die man knicken kann“.

Nicht gerade zimperlich geht Dietmar Bittrich mit Städten und Landschaften, ja ganzen Ländern um, die eindeutig überschätzt werden. Voller bösem Wortwitz stellt er die peinlichsten Sehenswürdigkeiten dar, warnt vor unverdaulichen Landesspezialitäten und gibt nicht zuletzt Tipps, wie man am besten lästige Mitreisende loswerden kann.

Man muss seiner Meinung nach nicht in New York gewesen sein. Auch nicht in Rio, auf den Seychellen oder in Prag. Nicht mal auf dem Markusplatz. Gerade Plätze, die von der Tourismusindustrie zu Traumzielen ausgerufen werden, erweisen sich laut Bittrich vor Ort als Flops. Von allen Sehenswürdigkeiten bleibe nur das Café in Erinnerung, in dem man sie vergessen durfte. Mit frechem Charme erzählt Dietmar Bittrich, welche Highlights man ganz entspannt streichen kann, wie man alles Wichtige gekonnt umgeht – und anschließend trotzdem fachkundig darüber redet.

„Leute, die viel gereist sind, erkennt man am unzufriedenen Gesichtsausdruck.“
Mark Twain

Ein Buch sowohl für Vielreisende, die sich über Bittrichs Wortwahl und überspritzte Aburteilungen köstlich amüsieren werden. Aber auch ein Buch für Reisemuffel, die hier die passenden Argumente finden werden, falls sie mal wieder gefragt werden: „Warum fährst du eigentlich nicht in Urlaub?“

Dietmar Bittrich: „1000 Orte, die man knicken kann“, rororo, 192 Seiten, 8,95 Euro, ISBN 978-3-499-62626-5

„Mit einem Umschlag, den man knicken kann“, lautet der Untertitel auf dem spärlichen Buchcover, das sich folgendermaßen erklärt: „Aufgrund einer einstweiligen Verfügung ist es dem Verlag bis auf weiteres untersagt, den Schutzumschlag der Erstausgabe zu verwenden.“

Leseprobe:

„Eiffelturm. Die wenigsten Einheimischen sind auf dem Eiffelturm gewesen. Sie scheuen die endlosen Schlangen. Sechs Millionen Touristen pro Jahr stellen sich an. Weil viele von ihnen aus Verzweiflung über den schlechten Blick in die Tiefe sprangen, ist die Plattform in fast 300 Meter Hohe seit einiger Zeit verglast. Doch die schmutzigen Scheiben tragen keine Schuld, dass nichts zu sehen ist. Spätere Versuche, vom Tour Montparnasse oder von Sacre-Coeur aus einen Uberblick zu gewinnen, beweisen: Es liegt an der grau-orangen Feinstaubschicht über der Stadt. Paris ist in Europa die Stadt mit der höchsten Zahl an Atemwegserkrankungen. Das immerhin kann der Eiffelturm-Tourist nachvollziehen. Wenn er sich unten noch den Händlern entwinden kann, die ihm
Minitürme made in China aufdrängen, hat er Anspruch auf den Tourism Watch Award.“

Dietmar Bittrich lebt als Autor in Hamburg. Er gewann den Hamburger Satirikerpreis und den Preis des Hamburger Senats. Weitere Titel bei Rowohlt: „Das Weihnachtshasser-Buch“, „Achtung, Gutmenschen!“ und „Das Gummibärchen-Orakel der Liebe“.
dietmar-bittrich.de

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