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STEP UP 3D

STEP UP 3D

Der Groove geht weiter! „Step Up“ war der Anfang, „Step Up 2: The Streets“ die Steigerung. Mehr als 1,5 Mio. Zuschauer ließen sich bereits 2006 und 2008 vom Tanzfieber anstecken. Jetzt gehts mit neuen Beats, coolen Rhythmen und feuriger Romantik in die dritte Dimension. Ab 26. August wirds im Kino richtig heiß!

Natalie (Sharni Vinson), Luke (Rick Malambri), Moose (Adam G. Sevani) und unzählige andere junge Menschen in New York haben eines gemeinsam: Tanzen ist ihr Leben.
Luke führt den Traum seiner verstorbenen Eltern weiter, mit tanzbegeisterten Menschen in einem ehemaligen Fabrikgebäude gemeinsam zu leben und – natürlich – zu tanzen. Die Bewohner des geräumigen Hauses mitten im Big Apple bilden eine Dance Crew und nennen sich die Pirates. Jeder von ihnen hat seinen ganz eigenen (Tanz-)Stil und bringt diesen in die Gruppe ein.

Die Pirates sind aber nicht die einzige Dance Crew New Yorks. Beim World Jam, einem großen Tanzwettbewerb, treten die größten Dance Crews gegeneinander an. So auch die Samurai, die größten Rivalen der Pirates. Dem Gewinner des World Jam winkt nicht nur Ehre, sondern auch ein nicht unerheblicher Geldpreis. Den brauchen die Pirates dringend, um ihre Schulden bei der Bank abzubezahlen, damit ihr Haus nicht verpfändet wird. So setzen sie alles daran, für den World Jam bestens vorbereitet zu sein.

Luke sucht noch nach Tänzern, die seine Crew optimal ergänzen. Dabei trifft er im Central Park auf Moose, der mit seiner besten Freundin Camille (Alyson Stoner) zum Studieren nach New York gekommen ist. Eigentlich wollte Moose sich auf sein Studium in Ingenieurswissenschaften konzentrieren und nicht mehr tanzen. Doch dank Luke ist das ganz schnell vergessen.

Im Club, der sich im Keller des Hauses der Pirates befindet, trifft Luke schließlich auf die geheimnisvolle Natalie, die schon bald zu einem weiteren Mitglied der Pirates werden soll. Schnell werden aus Luke und Natalie mehr als nur Freunde.

Währenddessen droht die langjährige Freundschaft zwischen Moose und Camille zu zerbrechen, denn Moose verbringt fast seine gesamte Freizeit mit den Pirates und erzählt seiner besten Freundin nichts davon.

Im World Jam schlagen sich die Pirates wacker und rücken Runde um Runde weiter im Wettbewerb. Doch dann gibt es Probleme mit der Bank – ein Zahlungsaufschub ist nicht länger möglich.

Aus heiterem Himmel verschwindet auch noch Natalie sang- und klanglos. Luke versteht die Welt nicht mehr und stellt sie schließlich auf einer Party zur Rede. Nun erfährt er, wer Natalie wirklich ist…
Und den Pirates passiert das schlimmste, was ihnen nur passieren konnte: Sie verlieren ihr Haus. Der Großteil der Crew-Mitglieder glaubt nun nicht mehr an eine Zukunft mit den Pirates. So gehen die Tänzer getrennte Wege. Nur Moose ist scheinbar der einzige, der noch an die Pirates glaubt. Er schafft es schließlich, Luke zu überzeugen. Doch den Pirates fehlen nun immernoch Tänzer und ein Ort zum Proben. Und es bleibt nicht mehr viel Zeit bis zum großen Finale des World Jam…
„Step Up 3D“ ist der dritte Teil der „Step Up“-Reihe, deren erster Film 2006 in die Kinos kam. Diesmal lassen sich die Choregraphien, wie der Name schon sagt, in 3D bewundern. Diese erfüllen voll und ganz die durch die ersten beiden Filme entstandenen Erwartungen und begeistern nicht nur Tanz-Liebhaber.

Moose, Camille und ihre Freunde aus Baltimore sind bereits aus „Step Up 2 the Streets“, dem zweiten Teil der Reihe, bekannt, wohingegen mit Luke und Natalie komplett neue Charaktere die Bühne betreten. Die Story des Films bietet ein nettes Gerüst für die vielen Tanz-Szenen, ist aber mehr oder weniger vorsehbar. Dies wird allerdings durch tolle Choreographien vor eindrucksvollen Kulissen ausgeglichen. Auch der Soundtrack zum Film ist nicht zu verachten.

Wie „Step Up 3D“ in 2D wirkt, werden wir wohl erst nach Erscheinen der DVD erfahren. Es ist jedoch anzunehmen, dass die Tanz-Szenen auch ohne den 3D-Effekt genauso eindrucksvoll sind. So ist der Film auch nicht komplett in 3D produziert, wie in einigen Szenen auffällt.
Wenn das Licht im Kinosaal wieder angeht, möchte man schnell nach draußen – und nur noch tanzen!

Kinostart: 26. August 2010; Regie: Jon Chu; FSK: ab 6 Jahren; Länge: 111 Minuten; Verleih: Concorde; Link: stepup3d.film.de/ 

Text: Cinja Leuschner
 

STEP UP 3D – Born in the streets of NYC
Wenn in „Step Up 3D“ ab dem 26. August auf der Tanzfläche die Post abgeht und dreidimensionale Streetdancer die Kinosäle erobern, so vermuten doch die Wenigsten, dass die Tanzkunst dieser jungen Wilden vor fast 40 Jahren das Licht der Welt erblickte. Streetdance wurde im wahrsten Sinne des Wortes auf der Straße geboren. Und zwar nicht irgendwo, sondern im Zentrum der westlichen Kultur, im Big Apple, in New York City – dem Schauplatz von „Step Up 3D“. 

Nachdem in den späten 1960er Jahren Industrie und Bürgertum verschiedene New Yorker Stadtteile in Richtung Provinz verließen, veränderte sich die Bevölkerungsstruktur der Stadt drastisch. Es entstanden riesige Armenviertel in denen eine Einwanderungswelle aus Lateinamerika nach der anderen in der Neuen Welt anbrandete.

NYC befand sich mitten im Wandel, als eine ausgeprägte Wirtschaftskrise 1973 die ganze Stadt wie ein Vorschlaghammer traf. Die einst strahlende Metropole verkam an vielen Stellen zum Moloch. So auch in der bis heute berühmt berüchtigten Bronx. An deren südlichem Ende, in der South Bronx, war das Leben zu dieser Zeit besonders gefährlich. Straßengangs trieben ihr gewalttätiges Unwesen, Spekulanten brannten ganze Häuserblocks nieder, um Mieter loszuwerden, Versicherungen abzukassieren und auf steigende Grundstückspreise zu lauern. Vielerorts sah es so aus, als hätte die sprichwörtliche Bombe eingeschlagen.

Die Bronx verwahrloste zusehends, die Arbeitslosigkeit war hoch, die Armut wuchs beständig, Diskriminierungen standen auf der Tagesordnung und die Aussichten waren trübe. Gerade unter den jugendlichen Afroamerikanern und Hispanics machten sich Frust und Verzweiflung breit. Die Kriminalitätsraten schnellten in die Höhe – Gewalttaten und Morde waren alltäglich. Doch Amerika wäre nicht Amerika, wenn die Fackel der Kultur – und im Falle der South Bronx der Subkultur – in solchen Momenten nicht umso heller strahlen sollte.

Es waren die DJ-Pioniere des HipHop – Kool DJ Herc, Africa Bambaata und Grandmaster Flash – die seit Mitte der 70er Jahre auf großen Blockpartys ganze Nachbarschaften friedlich zum Feiern und Tanzen animierten. Rapper wie Melle Mel, Kurtis Blow oder Eddie Cheba heizten der Partycrowd als MCs – Master of Ceremonies – zusätzlich ein. Zwei Plattenspieler und ein Mikrofon sorgten für den guten Ton und legendäre Tänzer, wie Crazy Legs, Frosty Freeze oder die Rocksteady-Crew zauberten dazu, vorher noch nie gesehene, Tanzperformances auf die Straße.

Dieser intensive Tanzstil der South Bronx ging als B-Boying in die Geschichte ein. Der Begriff B-Boy bedeutet im eigentlichen Sinne Break-Boy und leitet sich von dem durch Kool Herc entwickelten Breakbeat ab. Dieser Rhythmus entstand, wenn der DJ eine Songpassage voller besonders abgefahrener Tanzgrooves mit einem ganz neuen Sound zu einer schier endlosen Schleife verband, wozu die B-Boys dann tanzten.

Das B-Boying hatte schon immer einen starken Wettkampfcharakter. Nicht zuletzt weil viele Breakdance-Crews ehemalige Straßenbanden waren, die ihre Energien nun in friedlichere Bahnen lenkten. Mehrere Tänzer schlossen sich zu einer Crew zusammen, um sich dann mit anderen Crews zu messen. Solche Wettbewerbe nannte man B-Boy-Battles und das waren in der Tat keine netten Tanztees mit Gurkensandwiches, sondern knallharte aber gewaltfreie Duelle auf höchstem sportlichem und künstlerischem Niveau. Neben Graffiti, MC-ing und DJ-ing ist Break- beziehungsweise Streetdance also ein integraler Bestandteil der HipHop-Kultur.

Die Anfänge des Streetdance in der South Bronx sind heute längst Legende. Doch wer jetzt Lust bekommen hat, sich ein genaueres Bild von diesem einzigartigen Tanzstil zu machen, sollte ab dem 26. August ein Kino seiner Wahl ansteuern und sich einfach von „Step Up 3D“ elektrisieren lassen.

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