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Prävention von sexuellem Missbrauch und Gewalt auf Kinder- und Jugendreisen

Prävention von sexuellem Missbrauch und Gewalt auf Kinder- und Jugendreisen

Sexueller Missbrauch entsteht in Systemen, die über ausgeprägte hierarchische Strukturen verfügen. Neben Sportvereinen, Schulen, Kirchen, Schulen und Familien trifft dies unter Umständen leider auch auf Kinder- und Jugendreisen zu.


Betreuer/innen haben durch die Übernahme der Aufsichtspflicht eine vorgesetzte Stellung gegenüber den Reiseteilnehmern. Besonders männliche Betreuer erhalten durch diese Autorität häufig eine besondere Attraktivität für pubertierende Teilnehmerinnen. Darauf vorbereitet werden die Betreuer qualitätsorientierter Reiseanbieter in Schulungen. Schließlich muss pädagogisch geschultes Personal auch mit der Pubertät von Jugendlichen umgehen können:

Große Altersunterschiede innerhalb der Reisegruppe gilt es zu vermeiden. Das Betreuungspersonal muss in der Lage sein, ein Vertrauensverhältnis zu den Teilnehmern zu entwickeln und muss sensibel sein für Signale und Hinweise, um Risiken frühzeitig zu erkennen. Die Betreuerteams sollen in der Lage sein, eine gegenseitige Kontrollfunktion auszuüben. Das bedingt auch, Anzeichen von sexuellem Fehlverhalten bei Kollegen/innen frühzeitig erkennen zu können und dann umgehend entsprechend zu agieren.

Sexuelle Kontakte zwischen Betreuungspersonal und Reiseteilnehmer/innen sind natürlich in keinem Fall zu dulden. In diesem Zusammenhang ist es durchaus sinnvoll, nur volljähriges Betreuungspersonal einzusetzen und dabei zusätzlich einen angemessenen Altersabstand zwischen Teilnehmer/innen und Betreuer/innen zu gewährleisten.

Eine professionelle und transparente Organisationsstruktur kann auch andere Formen der Gewalt vermeiden – ob zwischen Reiseteilnehmer/innen oder durch Übergriffe des Betreuungspersonals.

Vor allem aber bei den vielfältigen Anbietern mit eher geringer Organisationstiefe wie karitativen Einrichtungen, Vereinen oder Kirchengemeinden, die nur sehr unregelmäßig Jugendreisen durchführen, ergibt sich die Betreuerauswahl vermutlich oft nur aus persönlichen Beziehungsstrukturen, die mitunter zwar über lange Zeiträume gewachsen sind, aber dafür kaum auf Grundlage fundierter Auswahl und belastbarer Prüfverfahren erfolgen. Das blinde Vertrauen überwiegt hier oftmals, Schulungen oder Weiterbildungsmaßnamen zur Prävention von sexueller Gewalt bzw. Missbrauch nach Maßgabe der genannten Empfehlungen sind hier jedoch in aller Regel wohl eher die Ausnahme.

Jedem Verdachtsfall ist unbedingt nachzugehen und mit allen zur Verfügung stehenden juristischen Mitteln zu verfolgen.

Quelle: REISENETZ e. V.
Bessere Ausbildung von Jugendreiseleitern
Die Ausbildung von Mitarbeitenden in der Jugendfreizeitarbeit muss besser werden. Deshalb haben mehrere Organisationen gemeinsam neue Schulungsmaterialien über Sexualität und Prävention erarbeitet, heißt es in einer gemeinsamen Pressemitteilung des transfer e.V. mit Sitz in Köln und des BundesForum Kinder- und Jugendreisen e.V. mit Sitz in Berlin. Denn die Themen Sexualität und sexuelle Gewalt fordern bei internationalen Begegnungen, Kinder- und Jugendreisen Multiplikator/innen und Jugendreiseleiter/innen besonders heraus.

Auf der einen Seite entdecken Heranwachsende ihre Sexualität, erproben neue Verhaltensweisen im Umgang mit dem anderen und dem eigenen Geschlecht und üben sich in Beziehungsaufnahme. Dazu bieten die internationalen Begegnungen, Kinder- und Jugendreisen Teilnehmenden eine Plattform. Auf der anderen Seite wurden Eltern sensibilisiert durch die aktuellen Entwicklungen in unterschiedlichen Bereichen der Arbeit mit Kinder und Jugendlichen. Deshalb erwarten sie jetzt ein noch professionelleres und sichereres Handeln der Veranstalter. Nicht zuletzt deshalb sind diese verpflichtet, dafür Sorge zu tragen, dass internationale Begegnungen, Kinder- und Jugendreisen „sichere Orte“ sind. Dadurch entsteht ein sehr großes Spannungsfeld: zwischen der Förderung und Unterstützung Jugendlicher in ihren Entwicklungsaufgaben auf der einen Seite und dem Jugendschutz und dem Schutz vor sexueller Gewalt sowie möglichen interkulturellen Konflikten aufgrund unterschiedlicher Umgangsweisen mit Sexualität auf der anderen Seite.

Die besondere Herausforderung bei der Behandlung dieser Thematik ist es, die unterschiedlichen Aspekte der Sexualität in die Ausbildung der Jugendreiseleiter/innen zu integrieren. Dabei muss es gelingen, den Teamer/innen wichtige Aspekte beider Seiten der Medaille zu vermitteln und ihnen ein praktikables Instrument mit modernen Methoden und aktuellen Inhalten an die Hand zu geben. Teamer/innen sollen die Angst davor verlieren, sich mit diesen Themen auseinander zu setzen. Sie sollen lernen, sie an geeigneter Stelle bzw. zu gegebenen Anlässen einzubringen.

Reiseleiter/innen sollen neben praktischem Arbeitsmaterial auch Reflexions- und Handlungssicherheit gegeben werden, wie sie mit diesen Herausforderungen bei Internationalen Begegnungen, Kinder- und Jugendreisen umgehen. Dazu hat eine trägerübergreifende Projektgruppe unter Federführung von transfer und BundesForum unter wesentlicher Beteiligung der aej Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend in Deutschland e.V. aus Hannover, die Sozialistische Jugend Deutschlands – Die Falken e.V. aus Recklinghausen, des Experiment e.V. aus Bonn und RUF Jugendreisen aus Bielefeld in Zusammenarbeit mit Expert/innen vom isp Institut für Sexualpädagogik aus Dortmund und pro familia aus Leipzig Schulungs- und Arbeitsmaterialien entwickelt.

Mit Unterstützung der BZgA, Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, aus Bonn und des FPD, Forscher-Praktiker-Dialogs, wurde 2008 ein Prozess zur Entwicklung einer Schulungsmappe „Sexualität“ angestoßen, der durch diverse Multiplikatorentrainings im Rahmen der TiB Trainingsseminare Internationale Begegnung, Kinder- und Jugendreisen begleitet wird.

In diesem Sommer soll die entwickelte Schulungsmappe nun in einer Pilotphase erstmals von geschulten Organisationen im Rahmen ihrer Teamerausbildung und in der Arbeit mit den Jugendlichen vor Ort eingesetzt werden. Dieser Einsatz wird von dem Projekt ‚Freizeitenevaluation‘ im Rahmen des FPD begleitet und ausgewertet. Die Ergebnisse der Schulung und der Pilotphase fließen in die Weiterentwicklung der Schulungsmappe ein, so dass Ende des Jahres eine fachlich fundierte und praktisch erprobte Arbeitshilfe veröffentlicht werden soll. Sie wird die Grundlage für ein trägerübergreifendes Konzept der Sexualpädagogik bzw. der Prävention und Krisenintervention bei sexueller Gewalt bei Internationalen Begegnungen, Kinder- und Jugendreisen bilden.

Quelle: BundesForum Kinder- und Jugendreisen e.V.

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