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KARATE KID

KARATE KID

Ein Umzug ist besonders für Kinder eine Herausforderung, und wenn der Ortswechsel dann noch in ein anderes Land mit fremder Kultur führt und ein Elternteil fehlt, sind Probleme fast vorprogrammiert. Wie sich ein 12-Jähriger Amerikaner in Peking behauptet, das gibt es ab 22. Juli im Kino zu sehen.


Dre (Jaden Smith) ist 12 Jahre alt und muss wegen der beruflichen Karriere seiner alleinerziehenden Mutter (Taraji P. Henson) von Detroit in die chinesische Hauptstadt ziehen. Trotz aller Globalisierung bedeutet das für den jungen Teenager eine gewaltige Umstellung. Gleich am Ankunftstag wird er auf einem Spiel- und Sportplatz nahe bei seiner neuen Wohnung in Ärger verwickelt.

Dre verguckt sich dort nämlich in die niedliche, Geige übende Mei Ying. Doch der sich später als Klassenrüpel erweisende Cheng hat was dagegen. Es kommt schnell zu einer handfesten Auseinandersetzung, in der Dre unterlegen bleibt, weil Cheng nicht nur ein geübter Kung-Fu-Schüler ist, sondern auch eine Gang Gleichgesinnter bei sich hat. Da Dre selbst kaum über asiatische Kampfsport-Kenntnisse verfügt, wird er von Cheng und seinen Kameraden als „Karate Kid“ verspottet.

Nach diesem Vorfall nutzt Cheng jede Gelegenheit, um dem Zugezogenen eins auszuwischen und ihn mit seinen Kung Fu-Fertigkeiten, meist gnadenlos, zu demütigen. Dre hat weder Freunde, noch hat seine, unter Eingewöhnungsstress stehende Mutter die Ruhe, sich um seine Probleme zu kümmern. So bleibt dem US-Jungen nichts weiter, als sich auf seine Weise zu wehren. Doch gegen die Gang-Übermacht kann Dre nicht bestehen. Bevor bei einer Prügelei Schlimmeres passiert, eilt der unscheinbare Hausmeister Mr. Han (Jackie Chan) dem Unterlegenen zu Hilfe.

Um den Konflikt zwischen Dre und Cheng zu lösen, einigen sich Mr. Han und der so strenge wie niederträchtige Kung Fu-Lehrer Chengs, Master Li (Rongguang Yu), auf die Kampfbegegnung der ungleichen Jungs beim nächsten offiziellen Wettkampfturnier. Dafür muss Dre die Kampfsportart so schnell wie möglich von Grund auf lernen, um Cheng auf der Bühne halbwegs ebenbürtig gegenübertreten zu können.

Mr. Han, der sich als alter Kung-Fu-Meister offenbart hat, wird nun zum Mentor des 12-Jährigen. Der geheimnisvolle Hauswart zeigt Dre den eigentlichen und essenziellen Sinn des Kung Fu: Durch innere Ruhe, Konzentration und Disziplin soll es der Verteidigung dienen, jedoch nie der Gewalt und dem Angriff. Während des intensiven Trainings entwickelt sich zwischen den beiden eine Freundschaft, die Dre trotz anfänglicher Zweifel bestärkt, sich der Herausforderung zu stellen.
KARATE KID ist ein Remake des zum Kultfilm avancierten THE KARATE KID von 1984, der einen weltweiten Karate-Boom auslöste. Für die Neuauflage zeichnet Superstar Will Smith als Produzent verantwortlich – und sein Sohn Jaden (DAS STREBEN NACH GLÜCK) besetzt die Hauptrolle. Mit Jackie Chan (RUSH HOUR) als Mr. Han hat der Nachwuchsschauspieler einen idealen Partner an seiner Seite, der zeigt, dass er mehr kann als Kung Fu. Regie führte Harald Zwart (DER ROSAROTE PANTHER 2).

Die Neuauflage liegt dicht beim Original, erreicht jedoch nicht dessen Tiefe. Vielmehr glänzt die Adaption mit spektakulären Locations und guter Kameraarbeit. Der Sprung über den Pazifik nach China ist Ausdruck der veränderten weltwirtschaftlichen Situation und bietet zugleich eine Superlativierung gegenüber dem Original, dessen Story sich ganz auf die USA beschränkte (Umzug von der Ostküste nach Kalifornien).

Der Film liegt mit zwei Stunden 20 Minuten Lauflänge deutlich über der Norm, wird aber dank seiner exotischen Bilderflut und der sportlichen Entwicklung Dres bis zum spannenden Finale auch für Kinder nicht langweilig. Jaden Smith liefert neben seinen jungen Mitdarstellern eine beachtliche Leistung ab, obgleich dem Zuschauer eine gewisse Aufgesetztheit in der Inszenierung nicht verborgen bleibt.

Während des Abspanns werden übrigens Standfotografien der Dreharbeiten von ganz hervorragender künstlerischer Qualität gezeigt; es lohnt sich unbedingt diese anzusehen – zumindest für die erwachsene Begleitung junger Kung Fu-Fans.

Kinostart: 22. Juli 2010; Regie: Harald Zwart; FSK: ab 6 Jahren; Länge: 140 Minuten; Verleih: Sony; Link: karatekid-film.de

Text: Oliver Schumann

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