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Pilotprojekt „RoadSense“

Pilotprojekt „RoadSense“

Achtklässler hinterm Steuer eines Autos? Auf den ersten Blick ist das mehr als ungewöhnlich. In Stuttgart gibt es aber jetzt genau das – im Rahmen des Verkehrserziehungsprogramms „RoadSense“.

Der Modellversuch startet mit 600 Schülerinnen und Schülern zwischen 13 und 15 Jahren. Projektleiter Alexander Hobbach von der Mercedes-Benz Driving Academy:

„RoadSense“ ist ein Verkehrserziehungsprogramm für Schüler und Schülerinnen der 8. Klasse, in dem wir durch einen Mix aus Wissensvermittlung, praktischen Übungen und Gruppendiskussionen Verkehrssicherheit aktiv und auch interaktiv rüberbringen wollen.“

Das eigene Erleben ist für die Jugendlichen dabei besonders eindrücklich – egal ob im Rettungssimulator, bei dem ein Überschlag im Auto nachgestellt wird, oder dann tatsächlich hinterm Steuer eines Autos. Dieser praktische Teil findet unter professioneller Aufsicht auf einem abgesperrten Gelände statt.

„In Teams von drei Schülern und einem speziell geschulten Fahrlehrer werden Übungen durchgeführt, die verschiedene Gefahrensituationen aus dem Verkehrsgeschehen zum Leben erwecken sollen. Da geht es um Ladegutsicherung, die Perspektive des Mitfahrers in Situationen, wo der Mitfahrer sich unwohl fühlt, weil der Fahrer eben sich überschätzt oder manche Gefahrensituationen unterschätzt.“

600 Schülerinnen und Schüler aller Stuttgarter Schularten sind bis Ende Juli bei „RoadSense“ dabei. Jede Klasse beschäftigt sich dabei einen halben Tag mit den unterschiedlichen Bausteinen des Programms. Diese Schüler und ihr Lehrer sind hinterher sehr zufrieden:

„Schön, hat Spaß gemacht.“ – „War cool, mal zu sehen, wie es sich anfühlt, am Steuer zu sitzen.“ – „Cool, echt! Es war cool, die ganzen Übungen mitzumachen, überhaupt die Vollbremsung, die wir machen mussten. Das war am besten.“ – „Ich fand es sehr sinnvoll, was die Schüler hier gemacht haben, vor allem, dass sie die ganzen Geschichten nicht nur theoretisch durchgemacht haben, sondern selbst mal erlebt haben. Das war sicherlich sehr sinnvoll.“

Die Altergruppe der 13- bis 15-Jährigen ist im Verkehr immer wieder besonders gefährdet. Alle 22 Minuten kommt einer von ihnen auf deutschen Straßen zu Schaden, jeden zweiten Tag stirbt ein Jugendlicher im Verkehr – die meisten von ihnen sind Mitfahrer. Der Ansatz von „RoadSense“ ist deshalb, die Jugendlichen gerade in ihrem Urteilsvermögen und Verantwortungsbewusstsein zu stärken. Die Stuttgarter Bürgermeisterin für Kultur, Bildung und Sport, Dr. Susanne Eisenmann, ist begeistert von dem Programm. Denn die Gefahrensituationen für Jugendliche im Verkehr sind immer wieder dieselben:

„Wenn ich Freitagabends heimfahre, mit einer Freundin, mit einem Kumpel: Wie kann ich als Beifahrer aktiv darauf einwirken, dass die Fahrt sicher erfolgt? Das sind Dinge, denen gerade Jugendliche in dem Alter immer wieder ausgesetzt sind, und deshalb halte ich es für wichtig, dass wir hier mit Mercedes-Benz einen Partner haben, der das vermittelt und, glaube ich, da ganz wichtige Eindrücke gibt im Rahmen von Verkehrssicherheit gerade für die 13- bis 15-Jährigen.“

Dass Verkehrserziehung Spaß macht, ist gerade für diese Altersgruppe wichtig. Denn die meisten Teenager denken selten über Fragen der Verkehrssicherheit nach, sagt Projektleiter Alexander Hobbach. Deshalb ist er zuversichtlich, dass das Programm nach dem Modellversuch in Stuttgart auch anderswo in Deutschland angeboten wird.

Alexander Hobbach: „Wenn dieser Modellversuch in Stuttgart erfolgreich verläuft, haben wir auch sehr wichtige Partner an Bord – den Deutschen Verkehrssicherheitsrat, den Fahrlehrerverband, aber auch die Unfallkassen – die uns unterstützen bei einem Umsetzen des Programms auch an anderen Standorten.“

Das Verkehrserziehungsprogramm „RoadSense“ für Achtklässler ist in Stuttgart gestartet. Der Modellversuch läuft bis Ende Juli.

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