Familienleben

Je stärker das Selbstwertgefühl, desto besser können Kinder Nein sagen

Je stärker das Selbstwertgefühl, desto besser können Kinder Nein sagen

Das kennen alle Mütter und Väter: Das Kind möchte noch diese Marken-Jeans, jenes PC-Spiel, das angesagte Handy obendrauf – und wenn die Eltern Nein sagen, gibts Zoff. Was Eltern tun können, damit die Wünsche ihrer Kids nicht in den Himmel wachsen.


In der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift ELTERN FAMILY gibt die Berliner Expertin Erika Steul konkrete Tipps, was Eltern tun können, um den streitträchtigen Immer-mehr-Kreislauf zu durchbrechen.

Für das Wichtigste hält die Familientherapeutin, dass Kinder erleben: Jeder Wunsch ist berechtigt, aber nicht jeder wird erfüllt. Steul: „Eltern sollten den Wunsch des Kindes im Grundsatz bejahen. Sie können sagen: ‚Das hätte ich auch gern gehabt, als ich klein war.‘ Dann fühlt sich das Kind verstanden und wertgeschätzt. Es bekommt die Sache an sich nicht, aber dafür etwas auf der immateriellen Ebene.“

Insgesamt gehöre zum Beispiel der Wunsch nach Kleidung oder auch die Identifikation mit einem Star, den alle anhimmeln, zum Erwachsenwerden. „Deshalb muss man zu manchen Dingen auch Ja sagen“, so Steul. „Wenn ein Teenager dringend Turnschuhe braucht, die alle in der Clique haben, kann man sagen: ‚Mein Geschmack sind die nicht, aber als ich jung war, fanden meine Eltern meine Schuhe auch nicht toll.‘ So erlebt der Jugendliche, dass Geschmack altersabhängig ist. Zu anderen Dingen wie Piercings und Tattoos darf man dagegen generell Nein sagen, das muss man auch nicht ewig diskutieren.“

Expertin Steul rät dazu, Kinder früh an den Umgang mit Geld heranzuführen: „Schon mit zwei, drei Jahren kann man seinem Kind 50 Cent geben und sagen: ‚Jetzt schauen wir mal, was du dafür bekommst.‘ Wenn es sich etwas aussucht, das zu teuer ist, kann es entscheiden, etwas Preiswerteres zu kaufen oder das Geld zu sparen. So erleben Kinder sich als ’selbst effektiv‘, das stärkt ihr Selbstwertgefühl. Und je stärker das Selbstwertgefühl, desto besser können sie sich abgrenzen und Nein sagen, gegenüber der Peergroup und vor allem gegenüber der Werbung. Denn die zielt ja bewusst auf ein wackeliges Selbstwertgefühl ab.“

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