Computer statt Sport

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Der Computer ist aus dem Leben der Kinder kaum noch wegzudenken: Hausaufgaben lösen die Kleinen mit Hilfe des Internets, mit ihren Freunden chatten sie über eine Online-Community, und in der Freizeit sitzen sie an der Spielkonsole.


Eine Forsa-Umfrage im Auftrag der Techniker Krankenkasse (TK) ergab, dass schon 40 Prozent der Grundschüler bis zu 30 Minuten täglich den Computer nutzen. Jedes fünfte Kind im Alter zwischen sechs und 18 Jahren sitzt sogar mehr als eine Stunde vor dem PC. “Niemand sollte Computer generell verteufeln. Doch gerade bei Kindern gilt es, einen verantwortungsvollen Umgang mit den Medien zu fördern. Das heißt, dass Eltern darauf achten sollten, was ihre Kids am Computer machen und wie lange die Kleinen vor dem Bildschirm sitzen”, sagt York Scheller, Psychologe bei der TK.

Acht Prozent aller befragten Eltern gaben an, dass ihr Kind sogar mehr als zwei Stunden pro Tag vor dem PC verbringt. Auffällig ist der Unterschied zwischen den Geschlechtern: Doppelt so viele Jungen wie Mädchen hocken mehr als 120 Minuten vor dem PC. Nur jedes fünfte Kind beschäftigt sich hingegen in der Freizeit gar nicht mit dem Computer. Laut Eltern-Angaben spielt, chattet oder surft dabei jedes vierte Mädchen nicht, bei den Jungs sind es nur 17 Prozent.

“Computerspiele, Chat-Rooms oder die Informationssuche im Internet können durchaus auch positive Effekte für Kinder haben. Viele Spiele verlangen strategisches Denken und Geschick. Über Communities können sich die Kids austauschen und selbst den Busfahrplan findet man heute am einfachsten über den PC”, so Psychologe Scheller. “Problematisch wird es nur, wenn der Computer die Kinder an den Stuhl fesselt und sie in ihrer Freizeit nicht mehr rausgehen, Freunde treffen oder Sport treiben”, sagt der TK-Experte.

So bewegen sich laut Umfrage zwei von drei Kindern an einem gewöhnlichen Schultag höchstens eine Stunde. Jedes zehnte Kind betätigt sich in der Freizeit gar nicht sportlich. Und: Übergewichtige Kinder verbringen besonders viel Zeit vor dem Computer. Von ihnen sitzt jedes sechste Kind länger als zwei Stunden vor dem PC. Bei den normalgewichtigen Altersgenossen ist es nur jedes Zwölfte. “Gerade am Computer oder vor dem Fernseher naschen Kinder gerne mal ungesunde Snacks. Für Eltern gilt es, neben genügend Ausgleichssport auch darauf zu achten, dass ihre Kleinen vor dem Bildschirm nicht nebenbei und unkontrolliert essen”, sagt Scheller.

Außerdem rät der Psychologe den Erziehungsberechtigten, ein Auge auf die Art und Dauer des PC-Konsums ihres Nachwuchses zu haben: “Einige Spiele haben großes Suchtpotenzial, und auch nicht alle Inhalte im Netz sind kindgerecht. Am besten ist es, wenn Eltern gemeinsam mit ihren Kindern Regeln aufstellen, wofür und wie lange sie den Computer nutzen dürfen. Im Grundschulalter gilt zudem: nur unter Aufsicht ins Internet.” Auch wie sie sensibel mit ihren eigenen Daten umgehen, müssen die Kinder erst einmal lernen.

 

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