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Start in den Frühling: Fitness fürs Fahrrad

03. April 2010 Von: Barbara Leuschner Kategorie: Familienleben

Eis und Schnee sind geschmolzen, Streusand und Splitt weggeräumt. Jetzt lohnt der Frühjahrsputz am Fahrrad. Wie Radfahrer am besten in die neue Saison starten:


Sicher ist sicher
Feuchtigkeit, Dreck und Streusalz sind Stress fürs Fahrrad. An Bremsen, Kette und Felgen können Korrosion und Verschleiß gefährliche Folgen haben. Etwas Pflege verlängert das Leben des Drahtesels deutlich. Außerdem sollten Sie sich zur Sicherheit die Zeit nehmen, um alle wichtigen Teile zu kontrollieren. Auf den folgenden Seiten beschreibt test.de Schritt für Schritt, was Sie vor dem Start in die Fahrradsaison tun sollten. Bringen Sie das Fahrrad im Zweifel in die Werkstatt, wenn etwas nicht stimmt und Sie es nicht selbst reparieren können. Wenn Sie trotz Mängeln fahren, können Bauteile völlig kaputtgehen, und es drohen gefährliche Stürze.

Fortschritt bei Getriebenaben
Potenzial hat die Saison auch für Fahrradkäufer. Gleich zwei neue Getriebenaben kommen auf den Markt. Von Sommer an sollen Fahrräder mit einer weiterentwickelten Variante des stufenlosen Nuvinci-Nabengetriebes zur Verfügung stehen und das Fahren durch verringertes Gewicht und bessere Bedienung leichter machen. Für Herbst hat Fahrradtechnik-Marktführer Shimano eine neue Schaltnabe mit elf statt bisher maximal acht Gängen angekündigt. Sie ist viel feiner abgestuft als bisherige Großserien-Nabenschaltungen und damit vor allem für sportliches Radfahren gut geeignet. Für weniger sportliche Menschen wartet bei Fahrradhändlern eine große Auswahl an so genannten Pedelecs. Das sind Fahrräder mit Elektro-Unterstützung. Ein Elektromotor steuert bis zu einer Höchstgeschwindigkeit von meist 25 Stundenkilometern noch mal so viel Kraft bei, wie der Fahrer in die Pedale drückt.

Start in den Frühling: Vor der ersten Fahrt

- Reinigung: Dreck am Rad stört nicht nur die Optik, sondern fördert vor allem auch Verschleiß. Auf den Felgen, in den Kettengelenken und Bowdenzügen sowie Rad-, Lenk- und Tretlagern fräsen vor allem feine Sandpartikel am Metall und zerstören die Teile erstaunlich schnell. Waschen Sie das Rad mit viel Wasser mit etwas Spülmittel von oben nach unten ab. Verwenden Sie keinen Hochdruckreiniger. Er drückt einen Teil der Schmutzpartikel und Wasser in die Lager und Zughüllen hinein und macht damit alles eher schlimmer. Wischen Sie die Kette und Ritzel mit einem alten Lappen ab und entfernen Sie so viel vom alten schwarzen Schmier wie möglich.

- Sichtkontrolle: Prüfen Sie alle Schrauben auf festen Sitz. Drehen Sie sie gegebenenfalls fest: kräftig, aber nicht mit Gewalt. Schauen Sie sich Rahmen, Gabel und Lenker genau an. Tiefe Kratzer, Beulen, Risse oder Roststellen können zu gefährlichen Brüchen führen. Kontrollieren Sie vor allem den Lenker rechts und links neben der Klemmung in der Lenkermitte penibel. Er ist auch bei kleinen Macken unbedingt auszutauschen. Ein Lenkerbruch während der Fahrt führt unweigerlich zum Sturz.

- Schmierung: Geben Sie an alle Gelenke einen Tropfen säurefreies Nähmaschinenöl. Für die Kette ist Nähmaschinenöl ebenfalls geeignet. Es ist allerdings sehr dünnflüssig. Die Kette ist sehr schnell wieder trocken und braucht neues Öl. Länger halten die meisten speziell für die Kette entwickelten Öle und Schmierstoffe. Auch billiges Motoröl fürs Auto ist geeignet. Allerdings: Je zähflüssiger die Kettenschmierung desto eher bleibt Dreck daran kleben und sorgt für erhöhten Verschleiß.

- Bowdenzüge: Schauen Sie, ob Brems- und Schaltzüge intakt sind. Vor allem am Bremszug dürfen zwischen Bremshebel und Bremse keine Drahtadern gebrochen sein. Achten Sie auch auf das Stück Bremszug, das bei gezogener Bremse im Bremshebel zu sehen ist. Die Hülle der Bowdenzüge darf keine Schäden haben.

- Bremsen: Schauen Sie, ob die Bremsbeläge noch dick genug sind. Probieren Sie die Bremsen im Stand aus. Sie dürfen sich nicht schwerer als vom Fahrrad früher gewohnt betätigen lassen und müssen sicher zupacken. Stellen Sie die Bremszüge nach, wenn sich der Bremshebel zu weit an den Lenker heranziehen lässt. Minimum: Er hat beim Bremsen mit voller Kraft noch genug Abstand, um keine Finger einklemmen zu können.

- Pedale: Die Pedale müssen sich frei und ruckfrei drehen lassen. Fahren Sie nicht damit, wenn sie schwergängig sind, beim Drehen Geräusche machen oder auf der Pedalachse deutlich wackeln. Sie können sich lösen oder abbrechen und zu gefährlichen Stürzen führen..

- Räder: Überprüfen Sie wenn möglich den Verschleiß der Felgen anhand der Verschleißindikatoren. Je nach Felgentyp wird ein Streifen sichtbar oder verschwindet, wenn die Bremsflanken zu weit abgeschliffen sind. Bei verschlissenen Felgen kann das Felgenhorn abreißen und der Reifen platzen. Probieren Sie, ob die Räder frei drehen und nicht zu sehr eiern. Greifen Sie außerdem kräftig in alle Speichen. Wenn Speichen gerissen oder lose sind, kann das Rad bei der nächsten Fahrt völlig kaputt gehen. Wackeln Sie seitlich am Rad. Die Achse darf sich nicht seitlich oder quer zur Radnabe bewegen.

- Reifen: Die Reifen dürfen nicht zu weit abgefahren und/oder rissig und spröde sein. Sie müssen hart genug aufgepumpt sein. Bei zu geringem Druck steigt nicht nur der Rollwiderstand, sondern drohen Schäden durch bis auf Schlagloch- oder Bordsteinkanten durchschlagende Felgen. Verwenden Sie am besten eine Pumpe mit Druckanzeige. Der zulässige Luftdruck steht meist auf der Reifenflanke.

- Lenkung: Ziehen Sie die Vorderradbremse und drücken den Lenker vor und zurück. Fassen Sie dabei mit einer Hand um den untersten Teil der Lenkstange und das angrenzende Rahmenrohr. Beide dürfen sich dabei nicht spürbar gegeneinander verschieben. Ist dort Spiel spürbar, ist der so genannte Steuersatz entweder verschlissen oder zumindest falsch eingestellt.

- Licht: Prüfen Sie, ob Vorder- und Rücklampe funktionieren. Tauschen Sie bei herkömmlichen Fahrradlampen die Glühbirnen aus, wenn sich der Glaskolben bereits deutlich dunkel verfärbt hat.


Start in den Frühling: Probefahrt
Das Fahrrad ist jetzt bereit für eine gründliche Probefahrt. Worauf Sie achten sollten:

- Geradeauslauf: Probieren Sie, ob das Rad anständig geradeaus fährt oder ob Sie ständig gegenlenken oder das Gewicht einseitig verlagern müssen. Besondere Vorsicht ist nötig, wenn das Rad beim Bremsen stärker als zuvor in eine Richtung zieht. Mängel beim Geradeauslauf können auf falscher Montage oder angebrochenen oder verbogenen Rohren an Rahmen oder Gabel beruhen.

- Ruhe: Achten Sie auf störende Geräusche. Wo immer etwas knackt, knirscht oder klappert, ist es oft bald völlig hinüber.

- Antrieb: Prüfen Sie, ob die Schaltung wie gewohnt funktioniert. Fahren Sie auf einer Straße mit möglichst glattem Asphalt. Schalten Sie in einen mittleren Gang, mit dem sie häufig fahren. Treten Sie kräftig in die Pedale. Wenn dabei vom Antrieb her Vibrationen spürbar werden, die Kette hörbar knirscht oder gar über einzelne Zähne rutscht und auf den nächsten springt, sind Kettenrad, Ritzel und Kette verschlissen. Sie sollten sie sobald wie möglich erneuern lassen. Bei nur geringem Verschleiß können Sie nur die Kette austauschen. Ist der Antrieb bereits stärker verschlissen, sollten Sie auch Kettenrad und Ritzel tauschen lassen. Zu stark abgenutzte Ritzel funktionieren mit einer neuen Kette nicht mehr richtig.
Start in den Frühling: Wartung

- Schmierung: Die Kette braucht auch im laufenden Betrieb regelmäßig frisches Öl. Wenn Sie dünnflüssiges Öl verwenden, müssen Sie die Kette nach jeder Regenfahrt neu ölen. Wenn Sie nur im Trockenen fahren, ist frisches Öl spätestens nötig, sobald die Kette beim Fahren leise zu rasseln oder quietschen beginnt.

- Kettenkontrolle: Wenn Sie ein Rad mit Kettenschaltung fahren, sollten Sie regelmäßig die Kette kontrollieren lassen. Die Bolzen in den Außenlaschen schleifen sich in die Kettenrollen der Innenglieder hinein. Dadurch längt sich die Kette und passt nicht mehr genau in die Zähne von Kettenrädern und Ritzeln. Bei sportlichen Fahrten im Gelände bei schlechtem Wetter halten Schaltungsketten oft nicht einmal 2 000 Kilometer. Unter normalen Bedingungen haben Ketten ihre Verschleißgrenze meist nach 3 000 bis 6 000 Kilometern erreicht. Wenn Sie die Kette rechtzeitig wechseln, brauchen Sie nicht jedes Mal gleichzeitig auch für viel Geld Kettenräder und Ritzel zu tauschen. Bei rechtzeitigem Wechsel halten die Zahnräder zwei bis vier Kettenlaufzeiten lang.

- Große Inspektion: Von Zeit zu Zeit ist eine große Inspektion mit Reinigung und Schmierung auch von Rad-, Steuer- und Tretlagern nötig. Wie häufig genau das Rad zur Generalüberholung in die Werkstatt sollte, ist schwer abzuschätzen. Räder, die unter freiem Himmel stehen und auch bei schlechtem Wetter gefahren werden, sollten zumindest alle zwei Jahre zur Komplettwartung. Hochwertige Räder mit gut gedichteten Lagern bleiben länger problemlos in Bewegung. Einfache Räder brauchen häufiger Wartung, wenn sie zuverlässig und dauerhaft funktionieren sollen.

 

Quelle: test.de

1 Kommentare zu “Start in den Frühling: Fitness fürs Fahrrad”


  1. Hallo,
    Als unsere Tochter noch klein war, haben wir sie immer in den Anhänger gesetzt und Wochenendausflüge gemacht. Das hat sehr gut geklappt und war oft sehr schön. Im Anhänger war auch immer Platz für ein Zelt und so sind wir häufig zu umliegenden Campingplätzen gefahren.
    Für eine oder zwei Nächte ist das prima und sehr erholsam. Jetzt ist sie 7, fährt schon selbst – aber eben keine 50km. Klar steht der Spaß für die Kleine im Vordergrund, gerne würde ich aber mal wieder eine längere Tour mit der Familie machen. Weiß jemand wie das mit einem Anhängefahrrad klappt? Ist das gut? Schlecht? 50Km / Tag machbar? Danke schon mal.
    Bye, Nici

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