Familienleben

Gläubige schirmen Kinder von Kirche ab

Gläubige schirmen Kinder von Kirche ab

Reihenweise Missbrauchsfälle haben die katholische Kirche in den vergangenen Wochen erschüttert. Selbst der Papst soll in seinem Amt als Kardinal Ratzinger von zahlreichen sexuellen Übergriffen auf Kinder in den USA gewusst haben und untätig geblieben sein, werfen ihm US-Medien vor.

Die Reaktionen der Gläubigen ließen nicht lange auf sich warten. Sie ziehen nun die Konsequenzen und kehren der Kirche in großer Zahl den Rücken. Ihre Kinder wollen sie mittlerweile auch von kirchlichen Institutionen fernhalten. Eine erdrückende Mehrheit hat das Vertrauen in die Religionsgemeinschaft verloren.

In der aktuellen Situation halten nur mehr zehn Prozent der Deutschen die katholische Kirche für glaubwürdig, vertrauenswürdig oder ehrlich, wie die Marktforscher von zehnvier und GMI aufzeigen. „Es ist davon auszugehen, dass sich in der Schweiz und Österreich das gleiche Bild zeigen würde“, erläutert zehnvier-Consultant Felix Steinhauer im Gespräch mit pressetext. Streng gläubige Menschen seien der Kirche gegenüber zwar etwas weniger negativ eingestellt. Ihre Ansicht unterscheide sich zur Zeit aber stark von der allgemeinen Meinung.

Obwohl noch knapp die Hälfte der Katholiken jenen Personen vertraut, die in ihrer eigenen Gemeinde tätig sind, will zehnvier zufolge nur noch rund ein Viertel die eigenen Kinder der Obhut der katholischen Kirche wie kirchlichen Kindergärten, Schulen, Internaten oder auch Chören anvertrauen. In der Gesamtbevölkerung seien es sogar nur elf Prozent. „Je mehr Fälle in den Medien auftauchen, umso eher werden sich Eltern überlegen, ihre Kinder in katholische Institutionen zu schicken“, meint Steinhauer. Für die Zukunft der Kirche sei dies ein schwerwiegender Schaden. Bei einem Drittel ihrer Anhänger sei ein Austritt wahrscheinlicher geworden.

Vom Willen der Kirche zu einer lückenlosen Aufklärung gehen nur zwölf Prozent der Bevölkerung aus. 90 Prozent sind nicht der Meinung, dass sie mit den erhobenen Vorwürfen angemessen und richtig umgeht. Nur 18 Prozent glauben, dass die katholische Kirche die nötigen präventiven Maßnahmen ergreifen wird, um künftige sexuelle Übergriffe auf Kinder oder Jugendliche zu verhindern. Mehr als zwei Drittel sind sogar der Ansicht, dass die katholische Kirche versucht, Missbrauchsfälle zu vertuschen.

„Bei der Kirche ist ein absolut offener und ehrlicher Umgang mit der Situation erforderlich“, sagt Steinhauer. Sie müsse eine gänzliche Aufklärung der Fälle forcieren und die weltliche Macht walten lassen. „Das fordert auch die Bevölkerung“, so Steinhauer. Das Verhalten des Papstes in der Causa betrachtet die Mehrheit hingegen als nicht angemessen. 80 Prozent plädieren darüber hinaus für die Abschaffung des Zölibats, den viele als Hauptgrund für sexuellen Missbrauch in kirchlichen Organisationen betrachten.

Quelle: pressetext.schweiz

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