Familienleben

Die Familie als Quelle der Zufriedenheit

Die Familie als Quelle der Zufriedenheit

In der Familie ist für die meisten Kinder ihre Welt in Ordnung: Selbst wenn zum Beispiel schulische Noten häufiger Anlass zum Ärger geben, fühlen sich Kinder in ihren Familien zumeist gut. Das richtige Maß an Interesse und Sensibilität der Eltern ist entscheidend.

Auch über alltägliche Entscheidungen streiten 9- bis 14-Jährige nur selten mit ihren Eltern. Häufiger zu Konflikten kommt es allerdings, wenn Mütter oder Väter zur Überbehütung neigen. Zu diesen Ergebnissen kommt das für Thüringen repräsentative LBS-Kinderbarometer 2009 nach der Befragung von 457 Kindern zwischen 9 und 14 Jahren.

Laut der Studie bekommen 43 % der Kinder mit ihren Eltern manchmal oder immer Ärger wegen schlechter Noten – und dadurch wird offenbar eine Spirale in Gang gesetzt: Je häufiger Kinder Ärger wegen ihrer Noten bekommen, desto häufiger kommen sie in der Schule schlechter zurecht, und desto stärker empfinden sie den Leistungsdruck. Auch die Angst vorm Sitzenbleiben steigt. Dabei empfinden Jungen den Druck zumeist noch stärker als Mädchen.

Beteiligung an Entscheidungen – Konflikte mit den Eltern
Erstaunlich wenig Konfliktpotenzial bergen dagegen die alltäglichen Entscheidungen in der Familie: Nur selten streiten Thüringer Kinder mit ihren Eltern über Kleidung (weniger als ein Viertel), über Kleidermarken (weniger als ein Fünftel) oder über die Frisur (weniger als ein Zehntel der Befragten). Wenn Kinder Tendenzen zur Überbehütung wahrnehmen, gibt es häufiger Streit – ob über Sauberkeit und Ordnung, über den Freundkreis, über das Hobby oder das Lernen. „Das ist ein deutliches Zeichen dafür, dass Kinder eigenständiger werden und Eltern dies auch zulassen“, so Prof. Dr. Ronald Lutz, Vorstandsvorsitzender des Deutschen Kinderschutzbundes in Thüringen. Im politischen Raum habe sich diese Erkenntnis aber noch nicht durchgesetzt: „Die Bundesregierung lehnt es nach wie vor ab, Kinderrechte ins Grundgesetz aufzunehmen – und sperrt sich somit dagegen, Kinder stärker als eigenständige Persönlichkeiten anzuerkennen“, sagte Prof. Dr. Lutz.

Interesse, Lob und Stolz der Eltern helfen den Kindern
Wie wichtig das richtige Maß an Sensibilität für die Belange der Kinder ist, zeigt das LBS-Kinderbarometer an unterschiedlichen Indikatoren: Achtsamkeit für die Ernährung, für schulische Belange, für die Dauer der Hausaufgaben oder für nötige Pausen hängen alle positiv mit dem Wohlbefinden in der Familie zusammen. „Eltern können durch Sensibilität und Achtsamkeit auch für mehr Zufriedenheit in der Schule sorgen. Lob und Stolz der Eltern wirken sich positiv auf das allgemeine und familiale Wohlbefinden aus“, erklärt Anja Beisenkamp vom ProKids-Institut für Sozialforschung, die Leiterin der Studie.

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