Familienleben

Wenn Tochter oder Sohn operiert werden müssen

Wenn Tochter oder Sohn operiert werden müssen

Obwohl heute 80 Prozent aller Eingriffe ambulant erfolgen können, möchten viele Mütter und Väter für ihre Kinder immer öfter stationäre Behandlungen

Leistenbruch, Polypen-Entfernung, das Anlegen abstehender Ohren: Viele ärztliche Eingriffe bei Kindern gehen schnell und verheilen relativ komplikationslos. Aber obwohl heute 80 Prozent aller Operationen bei Kindern ambulant durchgeführt werden können, gibt es einen Trend „Zurück ins Krankenhaus“, berichtet die Zeitschrift ELTERN.

Die neue „Angst vor ambulant“ erklärt Dr. Stefan Holland-Cunz, Chef-Kinderchirurg der Uni Heidelberg, so: „Ich habe den Eindruck, dass viele Eltern unsicherer werden. Sie möchten zwar an allem teilhaben, was ihr Kind betrifft, aber möglichst wenig Verantwortung tragen. Das frisch operierte Kind mit nach Hause zu nehmen und dann eventuell mit Komplikationen konfrontiert zu werden, davor fürchten sich Eltern zunehmend. Zum Beispiel herrscht große Angst vor einem Atemstillstand infolge der Narkose, obwohl dieser im Anschluss an die Überwachung nach der OP extrem unwahrscheinlich ist! Ich frage mich, wie man den Müttern und Vätern diese Angst nehmen kann.“

Trotz der Furcht und Sorge vieler Eltern: Ärzte dürfen Kinder nur in Kliniken und Krankenhäuser einweisen, wenn es triftige medizinische Gründe gibt. Dr. Holland-Cunz: „Wir sind per Gesetz an den Leistungskatalog der Krankenkassen gebunden. Weichen wir davon, meldet sich der Medizinische Dienst der Kassen.“

Eltern können dennoch beruhigt sein: Schwerere Operationen werden weiterhin stationär vorgenommen. Auch Kinder, deren Risiko für Komplikationen erhöht ist, werden sicherheitshalber in Krankenhäusern operiert und dort behalten. Hierzu gehören zum Beispiel generell Babys, die jünger als sechs Monate bzw. Ex-Frühchen, die jünger als ein Jahr sind, frisch geimpfte Kinder, chronisch kranke Kinder und solche, die gerade eine schwere Krankheit überstanden haben.

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