Familienleben

Kindererziehung ist immer noch Frauensache

Kindererziehung ist immer noch Frauensache

Die Erziehung der Kinder ist immer noch überwiegend Frauensache. Nach einer repräsentativen Väter-Umfrage des Männer-Lifestylemagazins „Men’s Health“ wird der Nachwuchs in 62 Prozent der Familien in erster Linie von der Mutter versorgt.

Zwar sind bei gut einem Viertel (28 Prozent) Väter wie Mutter berufstätig und teilen sich deswegen die Kindererziehung. Aber dass der Vater sich um die Kinder kümmert, während die Partnerin arbeiten geht, ist mit 4 Prozent weiterhin die große Ausnahme. An der Forsa-Umfrage im Auftrag der DAK und exklusiv für „Men’s Health“ hatten sich insgesamt 501 Väter beteiligt.

Rund 50 Prozent der befragten Väter gaben allerdings an, dass sie ihre berufliche Karriere gerne zurückstellen würden, um sich mehr um ihre Kinder kümmern zu können, aber nur 18 Prozent machen das auch schon tatsächlich. Für fast jeden dritten Vater käme ein Verzicht auf die Karriere dagegen keinesfalls in Frage. Um genügend Zeit mit dem Nachwuchs verbringen zu können, nutzen die Väter der Umfrage zufolge aber verschiedene Möglichkeiten: 65 Prozent sind rechtzeitig zu Hause, um noch Zeit für die Kinder zu haben. Bei knapp jedem dritten Vater (32 Prozent) gibt es einen regelmäßigen Papa-Tag am Wochenende, bei 12 Prozent extra Vater-Kind-Tage in der Woche. Nur 7 Prozent der Befragten sehen keine Möglichkeiten, mehr Freiräume für das Familienleben zu schaffen.

Männer fühlen sich durch Familie und Beruf oft überfordert
36 Prozent der Väter fühlen sich manchmal mit der Aufgabe überfordert, Familie und Beruf unter einen Hut zu bringen. Die größte Veränderung empfindet die deutliche Mehrheit darin, dass man eigene Bedürfnisse zurückstellen muss, um für die Familie da zu sein (82 Prozent). Jeder zweite Vater (51 Prozent) sieht darin, dass er nicht mehr durch- oder ausschlafen kann, eine gravierende Veränderung. Am meisten vermissen die befragten Väter die Zweisamkeit mit ihrer Partnerin (50 Prozent). Rund einem Viertel fehlt die Zeit für Männerabende mit Freunden (26 Prozent) und fast ebenso viele vermissen regelmäßigen Sex mit ihrer Partnerin (25 Prozent). Aber nur vergleichsweise geringe 6 Prozent sehnen sich ihr Leben ohne Kind zurück.

Kein Ammenschlaf bei Männern
Kaum summt eine Fliege vorbei oder heult der Wind ein bisschen, wachen Männer sofort aus dem Schlaf auf. Weint aber das Baby, schlummern sie seelenruhig weiter. Das Wimmern der Kleinen schaffe es bei Männern nicht einmal in die Top-Ten-Liste der Wachmacher, berichtet „BABY und Familie“ unter Berufung auf britische Forscher. Frauen, so stellten diese fest, werden durch Baby-Geschrei schneller wach als durch jedes andere Geräusch. Verantwortlich seien angeborene Urinstinkte.

Achtsame, aufmerksame, aktive Väter gewünscht
Achtsam, aufmerksam, engagiert und interessiert an allen Lebensbereichen ihrer Kinder – so wünschen sich die 9- bis 14-jährigen Thüringer ihre Väter. Und in drei Vierteln der Fälle gelingt es den Vätern auch, diese Erwartungen zu erfüllen. Aber ein beachtlicher Teil der Kinder erhofft sich mehr Fürsorge und Anteilnahme. Zu diesen Ergebnissen kommt das LBS-Kinderbarometer 2009 in einer für Thüringen repräsentativen Befragung von 457 Kindern.

Selbst wenn es um das vermeintliche „Reizthema“ Schulleistungen geht, schätzen 72 % der Kinder das Interesse ihres Vaters als „genau richtig“ ein. Nur 12 % der Kinder halten das Interesse ihrer Väter an ihren Schulnoten für übersteigert, und 15 % wünschen sich sogar noch mehr Aufmerksamkeit für ihre Leistungen. Auch in anderen Lebensbereichen erhoffen nicht wenige Kinder, dass die Väter mehr Anteilnahme zeigen – vor allem im Hinblick auf ihre Freunde (36 %), aber auch auf ihre Probleme (24 %) oder Hobbys (23 %).

Unzufriedene Kinder wünschen sich mehr Engagement von Vätern
Über das bloße Interesse hinaus ist es für 9- bis 14-Jährige übrigens durchaus legitim, wenn sich Väter aktiv in die Belange der Kinder „einmischen.“ Das gelingt den Vätern fast ebenso häufig im richtigen Maß wie den Müttern. Allerdings sind Kinder, die sich mehr Engagement ihrer Väter wünschen, viel häufiger unzufrieden. Ein beachtlicher Teil der 9- bis 14-Jährigen hofft darauf, mehr Fürsorge von den Vätern zu erhalten (14 %) oder von ihnen häufiger zum Lernen ermuntert zu werden (25 %).

Kinder haben öfter gemeinsame Hobbys mit Vätern als mit Müttern
Eine wichtige Rolle kommt Väter auch in der Freizeit zu: 61 % aller befragten Kinder üben ein Hobby gemeinsam mit ihrem Vater aus. Hobbys mit dem Vater zu teilen kommt also deutlich häufiger vor als dies mit der Mutter der Fall ist (48 %). Hier spiegelt sich offenbar die Rollenverteilung in der Familie wider, möglicherweise aber auch eine stärkere Verbreitung von Hobbys bei Vätern im Vergleich zu Müttern.

Quellen: Apothekenmagazin „BABY und Familie“, Men’s Health, LBS Hessen-Thüringen

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