Schule

Aktueller Bildungsvergleich der 16 Bundesländer

Aktueller Bildungsvergleich der 16 Bundesländer

Kurz zusammengefasst: Deutliche Verbesserungen in allen Ländern – Sachsen erneut mit dem besten Bildungssystem – Zahl der Schüler mit Studienberechtigung steigt

Der Zustand der Bildungssysteme in Deutschland hat sich in den vergangenen Jahren nachhaltig verbessert. Die Studie Bildungsmonitor 2007 weist im Vergleich zum Bildungsmonitor 2004 einen durchschnittlichen Zuwachs von 9,5 Punkten für alle Bundesländer bei einem durchschnittlichen Gesamtergebnis von aktuell 58,8 Punkten aus.
Die größten Fortschritte können die ostdeutschen Bundesländer mit Ausnahme von Mecklenburg-Vorpommern verbuchen, sowie die Stadtstaaten Berlin und Bremen. Das sind zentrale Ergebnisse der von der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) veröffentlichten Bildungsstudie des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW).

Konkrete Verbesserungen sind unter anderem: Der Fremdsprachenunterricht an Grund- und beruflichen Schulen wurde deutlich ausgebaut. Die Zahl der Hochschulabsolventen hat zugenommen. Der Verbreitungsgrad von Bachelor-Studiengängen steigt. Einen Anstieg
verzeichnen auch die Bildungsausgaben pro Schüler an Grundschulen. Immer mehr Bildungsausländer studieren an deutschen Hochschulen. Zudem ist die Zahl der Kooperationen deutscher mit internationalen Hochschulen deutlich angewachsen. Der Anteil der frühzeitig aus dem Schuldienst ausscheidenden Lehrer ist gesunken. Der Ganztagsunterricht an Grund- und weiterführenden Schulen wurde ausgedehnt. Der Professionalisierungsgrad des Personals in Kinder-Tageseinrichtungen hat zugenommen.

Berlin und Hessen mit größtem Zuwachs seit 2004
Im Vergleich zum Bildungsmonitor 2004 legten Sachsen (16,2 Punkte), Thüringen (15,6) und Sachsen-Anhalt (15,1) am meisten zu. Schränkt man den Vergleich auf den vorjährigen Bildungsmonitor ein, haben Berlin (6,0), Hessen (4,9) und Thüringen (4,2) zuletzt am stärksten gepunktet (Einzelne Stärken und Schwächen der Länder können Sie unter insm-bildungsmonitor.de einsehen).

Wie schon im vergangenen Jahr ist Sachsen (mit diesmal 68,9 Punkten) Gesamtsieger im Bundesländervergleich. Zum Spitzenquartett zählen auch Baden-Württemberg (66,1 Punkte), Thüringen (65,1) und Bayern (64,8). Die beiden süddeutschen Länder können auf die niedrigste Abbrecherquote an den Schulen verweisen, die beiden ostdeutschen Bundesländer auf die sehr gute Betreuungsrelation.

Das Saarland, Niedersachsen, Berlin, Hamburg, Rheinland-Pfalz, Hessen, Schleswig-Holstein, Brandenburg, Bremen, Sachsen-Anhalt und Nordrhein-Westfalen bilden das breite Mittelfeld. Mecklenburg-Vorpommern fällt als Schlusslicht etwas ab.

Handlungsbedarf beim Techniker-Nachwuchs
Unternehmen in Deutschland suchen derzeit verstärkt nach Ingenieuren. Umso bedenklicher ist der Umstand, dass die Ausbildungsleistung in den MINT-Wissenschaften (Mathematik,
Informatik, Naturwissenschaften und Technik) sich im Vergleich zum Bildungsmonitor 2004 in vielen Bundesländern verschlechtert hat. So ist die Zahl der Ingenieurabsolventen zwischen 2000 und 2005 um knapp vier Prozent gesunken.

Höhere Pro-Kopf-Ausgaben an den Grundschulen
In nahezu allen Bundesländern sind die Bildungsausgaben pro Schüler, gemessen an den Gesamtausgaben eines Landes pro Einwohner, gestiegen. Dies gilt insbesondere für die Jüngsten an den Grundschulen in Ostdeutschland. In Sachsen stiegen die Ausgaben pro
Grundschüler zwischen dem Bildungsmonitoren 2004 und 2007 um 42 Prozent, in Brandenburg um 28 Prozent, in Sachsen-Anhalt um 38 Prozent, in Thüringen um 24 Prozent und in Mecklenburg-Vorpommern um 29 Prozent. Der demographische Wandel schlägt sich nicht nur in sinkenden Schülerzahlen nieder, sondern bietet Chancen bei gleich bleibendem Budget, die Betreuung und Förderung des einzelnen Kindes zu verbessern.

Zahl der Studienberechtigten gestiegen
Die meisten deutschen Bundesländer holen beim Grad der Akademisierung auf: Immer mehr Schüler verlassen die Schulen mit der Hochschulreife. In Berlin verlassen 33,6 Prozent eines durchschnittlichen Altersjahrgangs die allgemein bildenden Schulen mit dem Abitur. In Bremen sind es 32,5 Prozent und 31,2 Prozent in Hamburg. Bayern (19,2 Prozent) und Baden-Württemberg (21,6 Prozent) stehen am unteren Ende, wobei im Ländle weitere 22 Prozent ihr Abitur an einer beruflichen Schule erwerben. Die Höherqualifizierung in Deutschland setzt sich somit fort, liegt aber noch immer unter OECD-Schnitt.
Die Studie vergleicht die Bildungssysteme der 16 deutschen Bundesländer an Hand von 104 Indikatoren, darunter: Klassengröße, Pisa-Ergebnisse, Zahl der Bildungsabschlüsse von Schülern und Studenten und die Studiendauer. Diese werden 13 bildungspolitischen
Handlungsfeldern zugeordnet. Die verwendeten Indikatoren wurden unter anderem von den Statistischen Landesämtern und der OECD erhoben und stammen mehrheitlich aus dem Jahr 2005, dem aktuellsten statistisch verfügbaren Kalenderjahr. Die Studie wird jährlich erstellt und 2007 zum vierten Mal durchgeführt.
Die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft ist eine überparteiliche Reformbewegung von Bürgern, Unternehmen und Verbänden für mehr Wettbewerb und Arbeitsplätze in Deutschland.

Klicken Sie, um einen Kommentar hinzuzufügen.

Hinterlassen Sie eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Schule

Mehr in Schule

Der Schultasche die nötige Aufmerksamkeit widmen

Hans Wankl28. Oktober 2017

Gap Year: In diese Lücke passt eine Sprachreise

Thomas Meins14. Mai 2016

Auslandsaufenthalt für Schüler

Barbara Leuschner11. März 2016

Gewinnspiel: Back To School und Safe „Home“

Barbara Leuschner17. August 2015

Wollhersteller Schachenmayr unterstützt 100 Grundschulen bundesweit

Barbara Leuschner24. April 2015

Software zur Sprachstandserfassung in Kindergärten und Vorschulen

Halit Tas25. Februar 2015

Zeugnisse stressen Eltern mehr als Kinder

Barbara Leuschner30. Januar 2015
casio_1

Elektronisches Wörterbuch für die Schule: Das EX-word EW-G200 von Casio im Test

Cinja Leuschner22. Oktober 2014

VTech-Umfrage: Eltern fördern ihre Kinder gern selbst

Barbara Leuschner4. Oktober 2014

Spielend Englisch lernen mit Biff, Chip und Kipper

Barbara Leuschner17. September 2014