Autor der Shell-Studie fordert Erziehungskurse für Eltern
Seit über 50 Jahren gibt die Shell-Jugendstudie verlässlich Auskunft über die Einstellungen und Erwatungen der Jugendlichen in Deutschland. Heute wird in Berlin die 15. Ausgabe der Studie vorgestellt. Professor Dr. Klaus Hurrelmann, einer der Autoren der Untersuchung, schätzt, dass es etwa 15 Prozent überforderte Elternhäuser in Deutschland gibt: Familien, in denen durch Armut, schlechte Bildungschancen, ungesunde Lebensweise und schädlichen Medienkonsum ein Klima der Resignation herrscht.
Hurrelmanns Rezept: Erziehungs-Trainingskurse für Väter und Mütter, die verpflichtend an die Anmeldung des Kindes im Kindergarten oder an der Schule geknüpft werden. Hurrelmann will die Kooperation der überforderten Eltern auch durch finanzielle Anreize herstellen – Staatsgeld für Erziehungsmitarbeit. Sein Argument: “Eine große Volkswirtschaft wie Deutschland muss einsehen, dass die Dinge auch wirtschaftlich riskant werden, wenn eine derart nennenswerte Gruppe von Kindern sozial und leistungsmäßig absackt.”
Ein weiteres Ergebnis der Shell-Jugendstudie 2006, das vorab bekannt wurde: Mehr als zwei Drittel der repräsentativ befragten 15- bis 29-Jährigen fürchten sich vor Arbeitslosigkeit (bei der letzten Untersuchung 2002: 55 Prozent). Dazu passt, dass 58 Prozent von ihnen dafür plädieren, in Zukunft möglichst weniger Zuwanderer als bisher in Deutschland aufzunehmen. Vor dem Hintergrund des Erfolgs der Neonazis bei den Landtagswahlen in Meck-Pom eine alarmierende Zahl.
Quelle: Bildungsklick
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