Familienleben

Die „Super Nanny“ ist zurück – aber wer braucht sie noch?

Die „Super Nanny“ ist zurück – aber wer braucht sie noch?

Ab Morgen arbeitet sie wieder: Deutschlands umstrittenste Pädagogin Katharina Saalfrank ist ab Mittwoch wieder „Die Super Nanny„. RTL zeigt 16 neue Folgen der mittlerweile 4. Staffel mit der Erzieherin. In jeder Folge besucht Katharina Saalfrank eine gestresste Familie, die Probleme mit ihren verhaltensauffälligen Kindern hat. Die Super Nanny sucht nach den Ursachen, erarbeitet Lösungsvorschläge und sorgt für deren prompte Umsetzung. Vor laufenden Kameras wird gestritten, gebrüllt und manchmal fliegen auch die Fäuste. Eine Ratgeber-Show, die nur mit beinhartem Sarkasmus zu ertragen ist.

Die Coaching-Serie kommt an – beim Publikum: „Die Super Nanny“ wird im Schnitt von 4,41 Millionen Zuschauern gesehen. RTL ist stolz auf die „lehrreiche Sendung“ und reklamiert für sich, den Nerv der Zeit getroffen zu haben. In Deutschland herrsche Erziehungsnot, viele Eltern lägen im Dauerstreit mit ihren renitenten Kindern.
 
Schon zum Start der Doku-Soap vor zwei Jahren gab es heftige Schelte für die Saalfrank und ihre Sendung. Die Kritikpunkte vieler Fachleute: Die Kinder würden zum Objekt ohne jede Intimspäre gemacht, Kinder und Eltern durch die Eingriffe der Nanny in das Familienleben herabgesetzt, und überhaupt seien die Erziehungsmethoden der TV-Pädagogin autoritär.

Auch unter Eltern hagelte es Widerspruch: Bei einer repräsentativen Umfrage forderten 42 Prozent die Einstellung der Sendung, immerhin 30 Prozent sahen die Rechte und die Würde der zu Schau gestellten Kinder verletzt.

Am Mittwoch um 20.15 Uhr sind die Griesers dran: Katharina Saalfrank besucht in der ersten Sendung die fünfköpfige Familie aus Rheinhessen. Der sechsjährige Marco reagiert auf die Ansagen seiner Mutter mit Schreien und Schlagen, die Geschwister sind von der Rolle, die Eltern schwer genervt – Auftritt Katharina Saalfrank. Wie gewohnt wird sie den gestressten Eltern Erziehungstipps geben und den kleinen Racker zur Räson bringen. Es sieht alles aus wie gehabt. Also nicht gut.

Aber hinter den Kulissen hat RTL die Sendung ein wenig entschärft. Die ehemals strengen Regeln der Nanny für Kinder und Eltern sind unverbindlichen Familienvereinbarungen gewichen (z.B. „Wir sind eine Familie“, „Wir hören uns zu“), der von den Kritikern heftig angesägte „stille Stuhl“ (eine Strafecke als Auszeit für besonders dickköpfige Kinder) hat offensichtlich seine Bedeutung eingebüßt: „Der ’stille Stuhl‘ ist für mich nicht wirklich ein wesentliches Mittel, um mit Kindern umzugehen“, sagt Katharina Saalfrank jetzt. Der „stille Stuhl“ sollte sehr vorsichtig und bei Unsicherheiten vielleicht lieber gar nicht oder nur nach Rücksprache mit Fachleuten in Beratungsstellen angewendet werden, so RTL weiter.

Vielleicht haben also auch die Erzieherin und ihr Sender aus dem Streit um die richtige Erziehung gelernt. Wie viel, wird sich am Mittwochabend zeigen. Möglicherweise sind aber auch die deutschen Eltern lernfähig und werden mit ihrem Nachwuchs selber fertig oder suchen gleich – ohne Umweg über das Fernsehen – eine Beratungsstelle ihres Vertrauens auf.

Kommentare anzeigen (15)

15 Comments

  1. hasi

    20. September 2006 in 16:52

    Ich kann sagen das Katia Saalfrank sehr gute Arbeit macht,sie setst sich für Familien ein hielft Menschen die stehn gelssen werden weil sich niemand um Familien kümmert.Ich spreche aus Erfahrung,da sie auch bei mir war,sie hat uns geholfen wo anderre uns stehn gelassen haben.

  2. Thomas Meins

    20. September 2006 in 18:14

    Okay, ich habe keine persönliche Erfahrung mit der Nanny. Wenns bei euch geholfen hat, kann man schwer was dagegen sagen. Kann mir nur nicht vorstellen, dass eine Eziehungsberatung vor laufender Kamera effektiver sein kann als andere, weniger spektakuläre Hilfsformen.

  3. hasi

    20. September 2006 in 19:01

    Das hat garnichts mit der Kamera zu tun,ich wahr froh das sie uns Helfen konnte.Sie macht gute Arbeit.

  4. Thomas Meins

    20. September 2006 in 20:41

    Ich weiß natürlich nicht, was eurer Problem war und was die Nanny gemacht hat. Aber mich würde mal interessieren, wie die Kinder die Nanny fanden. Und was haben sie dazu gesagt, als ihnen klar war, dass sie im Fernsehen zu sehen sein würden?

  5. hasi

    20. September 2006 in 21:49

    Meine Kinder haben sie ins Herz geschlossen,meine Tochter wollte sie garnichtmehr gehn lassen,Katia ist ein sehr lieber Mensch,bitte glauben sie mir.

  6. Thomas Meins

    20. September 2006 in 22:10

    Glaube ich sofort. Ich halte die Saalfrank weder für blöd noch für unsympathisch. Wahrscheinlich ist sie auch eine fähige Pädagogin. Was passierte, nachdem das Fernsehen weg war? Macht die Nanny irgendeine Art von Nachbetreuung?

  7. hasi

    20. September 2006 in 22:19

    Ja ich habe eine sehr gute Nachbetreuung,sie helfen mir sehr sind heute noch für mich da.

  8. Thomas Meins

    20. September 2006 in 22:33

    Freut mich wirklich, wenn der Einsatz ein Erfolg war. Aber ich habe nach wie vor Schwierigkeiten mit der Vorstellung, die Öffentlichkeit per TV an meinen Schwierigkeiten teilhaben zu lassen. Zum anderen: Die Sendung vermittelt den Eindruck, auch denen helfen zu können, die einfach nur vorm Fernseher sitzen und zuschauen. Neuerdings gibts sogar Nanny-Erziehungstipps per Handy. Da hörts doch auf.

  9. Pingback: absolut familie » Schwacher Start für die “Super Nanny”

  10. erdbeere

    25. September 2006 in 14:25

    hallo

    also bei uns war auch die super nanny, wir haben sehr lange nach hilfe gesucht, doch leider konnte uns keiner so helfen oder wollte nicht. unsere letzte chance war die super nanny. wir bereuen diesen weg nicht, denn katia konnte uns sehr gut helfen. wenn man wirklich konsequent drann bleibt dann klappt es auch. es ist ein langer und schwerer weg, aber er lohnt sich. frau saalfrank sagt auch selber, das es nicht so ist, wenn sie da war das alles super ist, sie sagt selber, sie kann den familien hilfestellung und anstöße geben, der rest aber muss die familie machen. mein kind war sehr traurig als katia gegangen ist, sie geht so toll mit den kindern um. frau saalfrank ist ein echt super lieber mensch. wir werden auch immer noch betreut, wir werden da nicht alleine gelassen. es ist immer jemand für uns da.

    und das es nun die erziehungstipps fürs handy gibt, da kann ja frau saalfrank bestimmt nix für.

    lg erdbeere

  11. Thomas Meins

    25. September 2006 in 16:40

    Das macht mich etwas stutzig. Warum konnte oder wollte Ihnen sonst keiner helfen? Das sagt nämlich auch „hasi“ (s.o.). Ich denke natürlich zunächst mal, wer Hilfe braucht, bekommt sie auch an den üblichen Stellen. Das scheint aber nicht so zu sein. Was läuft da schief?

  12. erdbeere

    25. September 2006 in 18:21

    also was bei hasi war das weiß ich nicht, ich kann jetzt nur von meiner situation sprechen. als wir gemerkt haben das was nicht so richtig läuft, haben wir angefangen hilfe zu suchen. ich erzählte dem kinderarzt das was nicht stimmt, er ging aber nicht so drauf ein, er schickte uns zu caritas. 3 monate später hatten wir dort ein termin, der gute mann dort sagte zu uns, das er nicht denkt uns helfen zu können, aber man könnte es ja versuchen. nach 2 sitzungen war er fertig. ich machte ein termin bei einer psychologin, ich sagte das ich so schnell wie es geht einen brauche, tsja dauert aber fast 6 monate bis zum termin. nach 5 min hatte diese gute dame schon schweißperlen auf dem gesicht, nach der sitzung meinte sie, tut mir leid, aber mit diesem kind kann ich ihnen nicht weiterhelfen. ich ließ mir unterlagen schicken von einer anderen psychologin, diese ist 150 km von uns entfernt, aber diesen weg hätten wir auf uns genommen nur um hilfe zu bekommen. als die unterlagen kamen stand da drinnen, wenn sie innerhalb von 3 monaten ein termin möchten, müssen sie für die untersuchungen gespräche usw. selber aufkommen, ansonsten ist eine wartezeit von 1 jahr garantiert. die kosten waren echt hoch, das konnten wir uns nicht leisten “ leider “ . so, also setzte ich mich an den pc und schaute nach erziehungskurse, elternkurse und triple p kurse, ich war doch schon sehr erschrocken was da an preise verlangt wurde, also das kann sich echt kein normalverdiener leisten. ich dachte, das darf echt nicht alles wahr sein, aber ich versuchte es weiter. ich rief bei sämtlichen stellen an, ich erklärte das die situation immer schlimmer wird, das wir dringend hilfe brauchen, aber ich bekam immer die selbe antwort, tut uns leid wir sind voll, wir können sie auf die warteliste schreiben, in 8 – 12 monaten hören sie dann von uns. vom jugendamt fang ich erst gar nicht an.
    so dann habe ich aufgegeben. was ich total unfair finde ist, menschen die wirklich nur vom essen dick geworden sind, die keine krankheit haben sondern einfach nur essen und dann abnehmen wollen, die dürfen eine woche umsonst bei einer ernährungsberatung teilnehmen, oder bei einem kochkurs usw. da wird nix verlangt, aber familien die merken das was schief läuft, die eine veränderung möchten, die dürfen dafür schön blechen oder werden stehen gelassen.

    so, das sind meine erfahrungen zum thema “ hilfe „. und so haben wir uns dann für den weg der super nanny entschieden und ich bereue es nicht, denn katia gab uns endlich die hilfe die wir gebraucht haben.

    lg erdbeere

  13. Thomas Meins

    25. September 2006 in 18:55

    Das finde ich erschütternd. Kinderarzt, Caritas, Psychologe, Jugendamt – keiner konnte oder wollte helfen. Oder er hatte irre Wartezeiten. Klingt skandalös. Und das scheint ja kein Einzelfall zu sein. Ich frage mich, ob die Herren und Damen einfach persönlich versagt haben, oder ob das ein Systemfehler ist. Denn Hilfe war ja in Ihrem Fall möglich, wie Sie sagen. Ich nehme an, die Nanny kocht auch nur mit Wasser – aber sie tuts immerhin.

  14. erdbeere

    26. September 2006 in 10:06

    tsja, das ist wirklich skandalös. es wird so auf den familien rumgehackt die bei der super nanny mitmachen, dabei weis aber keiner was man schon alles durchgemacht hat.

    mag sein das die nanny auch nur mit wasser kocht, aber dafür ist es dann echt super wasser.

    lg erdbeere

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