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„Freilaufende Männer“ – der neue Roman von Gernot Gricksch

„Freilaufende Männer“ – der neue Roman von Gernot Gricksch

Drei Männer in den Vierzigern wollen bei einem gemeinsamen Schwedenurlaub ihr Berufs- und Privatleben neu ordnen. Bevor die Kerle ihre Krisen in den Griff bekommen können, treten die Frauen auf den Plan und bringen Gefühle und Freundschaften durcheinander. Das ist die Story des neuen Romans „Freilaufende Männer“ von Gernot Gricksch („Robert Zimmermann wundert sich über die Liebe„).

Ein Buch über die Midlife-Crisis des Mannes? Vor 20 Jahren war das ein Thema. Mittlerweile ist zweifelhaft, ob es je so etwas wie die Krise des Mannes im mittleren Alter gegeben hat. Bücher zu diesem Thema hat es in letzter Zeit jedenfalls nicht gegeben.

Die Krisen, die Gernot Gricksch seinen Roman-Männern andichtet, sehen so aus: Gagschreiber Thomas, 42, ist trockener Alkoholiker, ein ausgewachsener Hypochonder und bringt es auf einen eingebildeten Herzinfarkt pro Woche. Sein Job bei einer TV-Produktionsfirma steht gerade auf der Kippe, und mit Frauen hat der Kettenraucher, von reinen Sex-Verhältnissen abgesehen, nichts am Hut. Sein Kumpel Jens hat gleich zwei Frauen und daher ein echtes Problem: Der dreifache Vater hat eine fordernde Geliebte und eine hochneurotische Ehefrau. Als diese hinter die Liebschaft kommt, weiß der brave Fahrlehrer nicht ein noch aus. Dritter im Bunde der krisengeschgüttelten Kerle ist Thomas‘ Arbeitgeber Malte. Ein leichtlebiger und beruflich erfolgreicher Macho, so scheint es. Bis auch dem Schönling ein drohender Konkurs und romantische Anwandlungen zu schaffen machen.

Eine gemeinsame Auszeit soll es richten: Die drei Freunde wollen vier Wochen an einem nordschwedischen See ausspannen, einen Männerurlaub ohne Stress, Komplikationen und Frauen machen. Das aus dem Vorhaben nichts wird, steht spätestens fest, als Jens Geliebte Karin unangemeldet vor der Tür des Ferienhauses steht.

„Freilaufende Männer“ hat einen flüssig-süffigen Einstieg. Mit dem neurotischen Thomas ist Gricksch ein sympathischer Held gelungen, dessen Charakterisierung als verzweifelt-zweifelnder Realist auch stimmig ist. Das macht Lust auf mehr, aber je weiter Gricksch die Geschichte spinnt, desto fader wird die kerlige Tragikomödie. Die Beziehungen der sehr verschiedenen Männer untereinander überzeugen nicht, die Handlung tritt im zweiten Drittel schon mal auf der Stelle, etwas unmotivierte Perspektivwechsel vom Ich-Erzähler zum allwissenden Erzähler nerven. Das letzte Drittel des Buches wird mit einer Krimihandlung aufgepeppt, um schließlich in ein vorhersehbares Ende zu münden.

„Freilaufende Männer“ ist literarisches Fast Food – schnell gelesen und nur für kurze Zeit sättigend. Möglicherweise ist die Midlife-Crisis kein besonders dankbares Thema mehr. Ab 1.9. ist der Roman im Handel.

Gernot Gricksch: Freilaufende Männer, 368 Seiten, Knaur TB, 8,95 Euro

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