ARD plant Themenwoche “Familie und Kinder”
Beim Thema Familie hat die ARD nach eigenem Eingeständnis noch einigen Nachholbedarf. Nun schlägt SWR-Intendant Peter Voß vor, im Frühjahr 2007 Familie und Kinder in den Mittelpunkt des gesamten ARD-Programms zu stellen.
Ermutigt durch den Erfolg der Themenwoche “Krebs” Anfang April will Voß weiterhin Themen ins Programm heben, die “für die Zukunft unserer Gesellschaft entscheidend sind”. Dazu gehört ganz sicher das Thema Familie – nie wurde so leidenschaftlich, lustvoll und manchmal auch verwegen über Familienpolitik, Kinder, Mütter, Väter und Erziehung diskutiert wie in den letzten Monaten, nie wurden in der Politik mehr Ideen produziert, um “der Familie” auf die Sprünge zu helfen.
In der ARD fand diese Diskussion kaum statt, von einigen Talkshow-Einlagen(“Maischberger”) abgesehen. Auch in den Unterhaltungsprogrammen des Ersten spielen Familien kaum eine Rolle. Das hatte vor einigen Monaten eine Studie des Grimme-Instituts und sogar WDR-Fernsehdirektor Dependorf erkannt: “Unsere Serien könnten sich stärker und differenzierter dem Thema Familie widmen.”
Nun stößt Kollege Voß ins gleiche Horn – und findet, für das Thema Familie gebe es kein besseres Forum als die Programme der ARD: “Wir wollen Kindern und ihren Eltern nichts verkaufen. Wir bieten Diskussionsforen, Lebenshilfe und familiengerechte Unterhaltung.” Werten wir das mal als Absichtserklärung. Bisher hat das Erste zu wenig zum Thema auf Lager, um eine spannende Programmwoche damit zu bespielen. Will die ARD bis zum Frühjahr 2007 eine ganze Themenwoche auf die Beine stellen, muss der alte Apparat der Länderanstalten noch einen gewaltigen Schritt nach vorn machen.