Familienleben

Familie gut, Englisch gut

Familie gut, Englisch gut

Noch eine neue Schulstudie – diesmal heißt sie DESI und beschäftigt sich mit den Schülerleistungen in Deutsch und Englisch. Getestet wurden 11 000 Neuntklässler aller Schulformen. Mit höchst unterschiedlichen und zumeist erwartbaren Ergebnissen.

 Kinder, die mehrsprachig aufwachsen, lernen leichter Englisch. Schüler aus Familien, in denen kein Deutsch gesprochen wird, zeigen unterdurchschnittliche Leistungen in Deutsch und Englisch. Nur ein Drittel der Hauptschüler erreichte die Ziele der von den Kultusministern festgelegten Bildungsstandards. Und Mädchen sind immer noch besser als Jungs beim Schreiben von deutschen und englischen Texten. Alles keine Überraschungen.

War nicht vor einiger Zeit das Englischlernen im Kindergarten schwer in Mode? Wurde nicht schon vor Jahren an vielen Grundschulen der Englischunterricht eingeführt? Man hat es schon damals am Beispiel der eigenen Kinder geahnt: Das Absingen von Liedern und das Erlernen einiger Vokabeln bringt nix. Aber was bringt es dann?

DESI gibt darauf zwei Antworten: Der bilingale Unterricht – Schüler sollten ab der siebten Klasse in mindestens einem Sachfach in Englisch unterrichtet werden. Das German Institute for Immersive Learning (GIFIL) zeigt mit Erfolg, wie das geht. Die zweite Antwort: Noch besser, die Kinder wachsen in Familien auf, die denen die Eltern keine Probleme mit einer Fremdsprache haben, gelegentlich Hilfestellung bei den Englischhausaufgaben geben können, ganz allgemein über eine gute Bildung verfügen und ab und zu mal ein Buch lesen oder mit dem Lehrer reden. Oder wie es die DESI-Experten ausdrücken:

„6. Neue Aussagen zum sozialen und familiären Hintergrund
Der Einfluss des sozialen Hintergrunds wurde in DESI differenziert untersucht und mit den aktuellen PISA 2003-Befunden verglichen. Es zeigt sich, dass die Effekte des sozioökonomischen Status (gemessen am sozialen Ansehen der elterlichen Berufstätigkeit) in den Fächern Deutsch, Englisch und Mathematik ähnlich stark sind. Wichtiger als in der Mathematik sind aber beim Erwerb sprachlicher Kompetenzen die kulturellen Ressourcen der Familie (ablesbar am Besitz klassischer Kulturgüter).
Die Englischkompetenz der Jugendlichen wird von den Englischkenntnissen ihrer Eltern und deren sprachbezogenen Einstellungen mit beeinflusst. Berücksichtigt man den sozioökonomischen Status, die kulturellen Ressourcen und die sprachförderlichen Bedingungen im Elternhaus gleichzeitig, überwiegt für Deutsch der Effekt der kulturellen Ressourcen, für Englisch hingegen der Effekt spezifischer sprachförderlicher Bedingungen .
Diese Ergebnisse tragen dazu bei, die Art und Weise zu verstehen, wie sich der familiäre Hintergrund auf den Schulerfolg auswirkt. In diesem Zusammenhang ist auch wichtig, dass Schulen, deren Leiter über eine enge Zusammenarbeit zwischen Elternhaus und Schule berichten, stärkere Leistungszuwächse erzielen als andere Schulen, und zwar unabhängig von der Schulart und der Schichtzugehörigkeit der Eltern.“

Kommentare anzeigen (1)

1 Kommentar

  1. hotte

    22. März 2006 in 18:33

    Ah, Binsenweisheiten für vermutlich viel Kohle neu aufbereitet. Lehrersohn wird Lehrer, Arztsohn wieder Arzt, Damenfriseursohn Herrenfriseur, also Annahme der individuellen elterlichen Fähigkeiten.
    In Unkenntnis der Bedeutung einer „kulturellen Ressource“ kann ich aber auf mehrere „klassische Kulturgüter“ im Haushalt verweisen als da wären Toaster von 1950, Vertiko von 1922 mit Lexikon von 1930 und eine Wärmflasche aus den 60igern. Merkwürdigerweise kommt Nina dennoch in Englisch nicht über eine 3 hinaus. Da stimmt doch was mit der Studie nich….

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